17.06.2024

04.06.2024

Gedenken

4. Juni nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Mitrophan von Konstantinopel († 325), hl. Märtyrer Concordius; hll. Märtyrer Frontasius, Severinus, Severian und Silanus; hl. Zosima, Bischof von Neu-Babylon in Ägypten († 6. Jh.); hl. Hieromärtyrer Astius, Bischof von Dyrrachium († Beginn 2. Jh.); hll. Martha und Maria, Schwestern des hl. Lazarus; sowie hl. Titus, Bischof von Byzanz (3. Jh.); hll. Hieromärt. Apotakios u. a. Märtt. in Noviodunum in Scythia Minor († 320); hl. Optatus, Bischof von Milevum in Numidien († 376); hll. Märtt. Zotikus, Atallus, Camasius und Philipp in Niculiţel (Rumänien) (4. Jh.); hl. Alonios von Sketis in Ägypten (5. Jh.); hl. Märt. Johannes, Abt von Monagria bei Kyzikos († 761); hl. Sophia von Thrakien (10.-11. Jh.); hl. Mefodij, Abt von Pešnošk († 1392), Schüler des hl. Sergij v. Radonež; hll. Eleazar und Nazarij, Wundertäter v. Oloneck (15. Jh.); hll. Hieromärtt. Andronik (Nikol’skij), Erzbischof v. Perm’ u. Vasilij, Erzbischof von Černigov, u.a. († 1918); hl. Hieromärt. Ioannikios (Janičije), Metropolit v. Montenegro und Littoral († 1941); hl. Hieromärt. Sava, Bischof v. Oberem Karlovci († 1941); hl. Petroc v. Cornwall († 1864).

1. Der hl. Mitrophan, der erste Patriarch von Konstantinopel. Sein Vater Dometios, der Bruder des römischen Kaisers Probus, floh vor der Christenverfolgung und gelangte nach Byzanz. Titus, der byzantinische Bischof, weihte ihn zum Presbyter. Nach dem Tod des Titus wurde Dometios Bischof von Byzanz, und nach Dometios’ Tod übernahm Probos, sein ältester Sohn, den Bischofsthron. Nach dessen Tod gelangte Mitrophan auf den Bischofsthron. Als Kaiser Konstantin Mitrophan zum ersten Mal sah, war er ihm sogleich so lieb wie sein eigener Vater. Beim Ersten Ökumenischen Konzil [325 A.D.] war Mitrophan bereits ein Mann von einhundertsiebzehn Jahren und konnte nicht an der Arbeit des Konzils teilnehmen, so ernannte er Alexander, seinen Vikar, zu seinem Repräsentanten. Der Kaiser verlieh Mitrophan durch sein Eingreifen auf dem Konzil den Titel des Patriarchen. So wurde er der erste Patriarch von Konstantinopel. Überdies lud der Kaiser das ganze Konzil ein, den kranken und betagten Erzhirten zu besuchen. Als ihn der Kaiser fragte, wen er als Nachfolger auf dem Patriarchenthron wünschte, nannte Mitrophan [seinen Vikar] Alexander. Daraufhin sagte er zu Alexander von Alexandria: „O Bruder, du wirst mein würdigster Nachfolger sein.“ Dann nahm er die Hand des Erzdiakons Athanasios (später Athanasios der Große und Patriarch von Alexandria) und pries ihn vor allen. Nach dieser Prophezeiung über seinen Nachfolger bat Mitrophan alle um Vergebung, und nach zehn Tagen übergab er Gott seine Seele im Jahr 325.

2. Der hl. Märtyrer Concordius war während seines irdischen Lebens ein Asket und Wundertäter. Während der Herrschaft des Kaisers Antonios wurde er wegen seines Glaubens an Christus ver-haftet. Nach Gefangenschaft und Foltern wurde er zum steinernen Götzenbild des Zeus geführt, um dieses anzubeten. Concordius spie die Statue an und wurde sofort enthauptet.

3. Die hll. Märtyrer Frontasius, Severinus, Severian und Silanus erlitten das Martyrium in Frankreich während der Herrschaft des Kaisers Claudius. Nachdem sie enthauptet worden waren, erhoben sie sich noch einmal auf die Füße, nahmen ihre Häupter in die Hände, überquerten den Fluß Ile und gelangten bis zur Kirche der Allheiligen Gottesgebärerin, wo Bischof Frontanus gerade betete. Sie gingen in die Kirche, legten ihre Häupter dem Bischof vor die Füße, legten sich selbst zu Boden und kreuzten ihre Hände über der Brust. Sie wurden ehrenvoll dort beigesetzt. Während des Begräbnisses konnte man eine unsichtbare Engelschar singen hören.

4. Der hl. Zosimas, Bischof von Neu-Babylon [in Ägypten]. Zosimas führte ein asketisches Leben auf dem Berg Sinai. Er kam nach Alexandria, um dort Waren zu verkaufen, und wurde vom seligen Patriarchen Apollinarios zum Bischof von Neu-Babylon geweiht. Er war ein würdiger Hirte der Herde Christi; doch als er durch sein hohes Alter müde wurde, zog er sich wieder auf den Berg Sinai zurück, wo er seine Seele Gott übergab und den Kranz der Herrlichkeit unter den großen Hierarchen erlangte. Er lebte und starb im sechsten Jahrhundert.

5. Der hl. Hieromärtyrer Astius, Bischof von Dyrrachium, erlitt das Martyrium unter der Herrschaft des Trajan. Zuerst wurde er mit Bleistangen geschlagen, danach entkleidete man ihn und kreuzigte ihn nackt an einem Baum. Sein entblößter Leib wurde mit Honig eingerieben, damit ihn die Wespen und Hornissen stachen. In seiner größten Qual verherrlichte der hl. Astius Gott, starb und empfing zwei Kränze – den des Märtyrers und den des Hierarchen.

6. Die hll. Martha und Maria, Schwestern des hl. Lazarus. Nach der Auferstehung des Herrn machte sich Lazarus auf den Weg, um das Evangelium zu verkünden. Seine beiden Schwestern unterstützten ihn dabei. Es ist nicht bekannt, wo sie starben.

Lobeshymne

Gastfreundschaft

Gastfreundschaft, eine Tugend, von Gott geboten,
Bis heute wurden viele Seelen dadurch ins Paradies geleitet.
Abraham der Wunderbare erwies unendliche Gastfreundschaft,
Unermeßlich und herzlich und nicht heuchlerisch.
Und König David achtete die Gastfreundschaft hoch,
Deshalb behütete er strikt das Leben des Königs Saul.
Und als der Hochbetagte erschien, der früher war als der betagte Abraham,
Aus dem Stamm David, dunkel umhüllt,
Da erwiesen Martha und Maria Gastfreundschaft,
Des Lazarus Schwestern, diese gastfreundlichen Jungfrauen:
Sie beherbergten den Größten, seit die Sonne scheint,
Und durch Gastfreundschaft erlangten sie beide das himmlische Paradies.
Mit Gastfreundschaft, vollkommen in Herz und Speise,
Gastfreundschaft, höchst würdig in Wort und Tat.
Und der Herr, der Allerreichste, vergalt sie reichlich,
Und in diesem gastfreundlichen Haus, als es in Todestrauer lag,
Erweckte Jesus den verstorbenen Bruder den Schwestern,
Und ihr Ruhm verbreitete sich in der ganzen Welt.
Dies ist der Lohn der Gastfreundschaft von Gott Selbst,
Der Herr liebt die Gastfreundschaft eines aufrichtigen Herzens.
Die Heilige Kirche rühmt sich der Martha und der Maria
Und lehrt, daß auch wir Gäste sind an der Tafel des Herrn.

Betrachtung

Es ist etwas Schreckliches, einen Menschen zu töten. Es gibt keine Worte, um das Entsetzen zu beschreiben, das einen Mörder gefangenhält. Wenn ein Mensch plant, einen anderen zu töten, denkt er, das sei dasselbe, als wenn man einen Ochsen tötet, doch wenn er sein geplantes Verbrechen aus-geführt hat, stellt er plötzlich fest, daß er dem Himmel und der Erde Krieg erklärt hat und nun verbannt ist, von beiden abgeschnitten. Der Getötete läßt ihm keinen Frieden bei Tag und bei Nacht.
Ein bekannter Verbrecher kam zum hl. Zosima auf dem Sinai und bat ihn, ihn zum Mönch zu weihen. Der hl. Zosima kleidete ihn in das Gewand der Mönche und schickte ihn ins Kloster des hl. Dorotheos von Gaza, um dort in der Gemeinschaft ein asketisches Leben zu führen. Nach neun Jahren kehrte der zum Mönch geweihte Verbrecher zum hl. Zosima zurück und suchte seine weltliche Kleidung. Dann gab er ihm sein Mönchsgewand zurück. Als er gefragt wurde, warum er das tue, antwortete er, daß er neun Jahre lang aus ganzem Herzen zu Gott gebetet, gefastet, Nachtwachen gehalten und jeden Gehorsam erfüllt hätte. Er spüre nun, daß ihm viele seiner Sünden vergeben seien, doch es gebe noch eine Sünde, die ihn ständig quälen würde. Er hatte einstmals ein unschuldiges Kind getötet, und dieses Kind würde ihm nun Tag und Nacht erscheinen und fragen: „Warum hast du mich getötet?“ Daher habe er entschieden, sich der Obrigkeit zu überliefern, damit sie ihn hinrichte und er somit Blut für Blut bezahlen würde. Er kleidete sich in seine frühere Kleidung und ging dann hinunter in die Stadt Diospolis, wo er sein Verbrechen bekannte, enthaup-tet wurde und auf diese Weise seine blutige Sünde fortwusch.

Zum Nachdenken


Laßt uns nachdenken über die wundersame Heilung der Besessenen von Gadara (Mt 8,28):
1. Wie der Herr die Dämonen aus den Besessenen trieb und diese ruhig und sanft wurden;
2. Wie der Herr neben mir steht und darauf wartet, eingeladen zu werden, um zu kommen und zu helfen und mich von jedem bösen Geist zu reinigen, der mich gefangenhält und von Gott trennt.

Homilie

Über das Vertrauen auf den Herrn und nicht auf die eigene Klugheit

Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau nicht auf den eigenen Verstand.
(Sprichwörter 3,5)

Wenn die Berge auf dich zukämen, könntest du sie dann mit deinen eigenen Händen zurückschie-ben? Du könntest es nicht. Wenn die Dunkelheit aller Geheimnisse des Himmels und der Erde auf das kleine Kerzlein deines Verstandes einstürmen würde, könntest du sie erhellen? Noch weniger. Verlaß dich nicht auf deinen Verstand, denn von der vergänglichen Sache, die du deinen Verstand nennst, ist der größere Teil nichts anderes als tote Asche. Verlasse dich nicht auf deinen eigenen Verstand, denn er fragt und antwortet nicht. O Mensch, verlasse dich nicht auf deinen eigenen Verstand, denn er ist eine Straße, über die ein Mob tobt – der hungrige, durstige, bunte und neugierige Mob der sinnlichen Eindrücke.
Vertraue auf den Herrn, o Mensch, mit deinem ganzen Herzen. Sein Verständnis ist unendlich und erkennt alles. Mein ist die Einsicht und bei Mir ist die Macht (Spr 8,14), spricht der Herr. Er sieht die Gefäße, durch die dein Blut fließt, und all die Wege, auf denen deine Gedanken wandern. In Mitgefühl und Liebe bietet Er dir an, dich zu führen, du aber verläßt dich auf deinen eigenen verdunkelten und verderblichen Verstand! Wo war dein Verstand, bevor du geboren wurdest? Wo war dein Verstand, als dein Körper Gestalt erhielt, als dein Herz Blut zu pumpen begann, als sich deine Augen zu öffnen und deine Stimme sich der Kehle zu entwinden begann? Wem gehörte wäh-rend der ganzen Zeit dein Verstand, als du noch schliefest wie Kohle in einer Mine? Und von der Zeit an, als dein Verstand erwachte, kannst du all die Täuschungen aufzählen, in die er dich geführt hat, all die Lügen, in die er dich verstrickt hat, all die Gefahren, die er nicht vorhergesehen hat?
O meine Brüder, vertraut auf den Herrn, auf Ihn allein, von ganzem Herzen. Er hat euch bis zum heutigen Tag unzählige Male von eurem eigenen Verständnis befreit, von dessen Trug und Lügen, aus den Gefahren, in die es euch geführt hat. Wie ein Blinder vor einem, der sehen kann, so ist euer Verstand vor dem Verstand Gottes. Vertraut euch, ihr Blinden, eurem Wegführer an. O meine Brüder, vertraut auf den Herrn, und auf Ihn allein, mit ganzem Herzen!
O Du Allsehender, Ewiger und Unfehlbarer Verstand, unser Herr und Gott, kostbarer als das Universum und leuchtender als die Sonne; befreie uns von nun an von den Fehlern unseres Ver-standes. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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17.06.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).