Ohrid Prolog http://www.ohrid-prolog.com de-de Autor des Feeds 20.08.2022 RSS 20.08.2022 07. August nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Märtyrer Dometios († 363) und zwei Schüler; hl. Or aus der Thebais († 390); hll. Märtt. Marinus und Asterius († 260); hl. Pimen der Vielduldende v. Kiever Höhlenkloster († 1110); hl. Hieromärt. Narkissos, Patriarch von Jerusalem († 211); sowie hl. Jungfrau Potamia v. Alexandria; hl. Pimen, Faster v. Kiever Höhlenkloster (13. Jh.); hl. Merkurij, Bischof v. Smolensk (Kiever Höhlenkl.) († 1239); hl. Dometios v. Philotheou, Berg Athos (16. Jh.); hl. Theodora v. Sihla (Rumänien) (18. Jh., † ca. 1730); Überführung der Gebeine (1832) d. hl. Mitrofan, d. ersten Bischofs v. Vorone┼ż († 1703); hl. Antonij v. Optina († 1865); hll. 10.000 Asketen von Theben; hl. Hyperechios v. „Paradies“; hl. Sozon v. Nikomedia; hl. Theodosios d. Neue, Heiler auf d. Peloponnes († 862); hl. Nikanor, Wundertäter auf d. Berg Kallistratos († 1519).

1. Der gottgeweihte Märtyrer Dometios wurde in Persien als Heide geboren unter Kaiser Konstan-tin. Er wurde mit dem Glauben an Christus als junger Mann konfrontiert, ließ vom Heidentum ab und wurde getauft. Dometios liebte den wahren Glauben so sehr, daß er alles Weltliche verließ und zum Mönch in einem Kloster bei Nisibis geweiht wurde. Er lebte einige Zeit unter den Brüdern und zog sich dann in ein Leben der Stille bei einem Altvater namens Archimandrit Urbel zurück, über den es heißt, daß er sechzig Jahre lang nichts Gekochtes aß. Altvater Urbel weihte Dometios zum Diakon und als er ihn dazu drängte, die Priesterweihe anzunehmen, zog sich Dometios auf einen entlegenen Berg zurück, um sich in einer Höhle niederzulassen. Er erreichte eine solche Höhe der Vollkommenheit durch Fasten, Gebet, Nachtwachen und gottgemäße Gedanken, daß er die Gnadengabe der Krankenheilung erlangte. Als Julian der Apostat durch jene Gegenden kam, hörte er von Dometios und sandte Männer, die ihn zusammen mit zwei Schülern lebendig in der Höhle einmauerten. So starb der Heilige Gottes und nahm Wohnung im Reich Gottes im Jahr 363.

2. Der gottgeweihte Or, Einsiedler der Thebais. Or erlangte große Vollkommenheit durch strengste Askese. Nachdem er sich gefestigt und Heiligkeit in der Einsamkeit erlangt hatte, gründete er allmählich mehrere Klöster und war ein außerordentlicher geistiger Führer und Lehrer vieler Mönche. Rufinos, der ihn besuchte, beschreibt Or auf folgende Weise: „In seinem Gewand ähnelte er einem Engel Gottes; ein neunzigjähriger Altvater mit einem langen Bart, weiß wie Schnee, äußerlich sehr angenehm. In seinem Blick leuchtete etwas Übersinnliches.“ Häufig sah er die Engel Gottes. Insbesondere gelang es ihm, niemals etwas Unwahres zu sprechen. Er hatte große Versuchungen durch die Dämonen, aber überwand sie alle durch Nüchternheit und Tapferkeit. Er empfing täglich die Heilige Kommunion. Einmal erinnerte ihn einer seiner Schüler daran, daß das Fest der Auferste-hung gekommen sei und zelebriert werden sollte. Als Or dies hörte, kam er heraus, erhob seine Hände zum Himmel und verbrachte drei Tage ohne Unterbrechung im Gebet. Er erklärte dies seinem Schüler: „Für den Mönch ist dies die Feier der Auferstehung Christi: seinen Geist zu erheben und ihn mit Gott zu vereinen.“ Er entschlief in sehr hohem Alter um das Jahr 390.

3. Die hll. Märtyrer Marinus und Asterius. Marinus war ein Soldat und Asterius ein römischer Senator. Unter Kaiser Gallienus diente der hl. Marinus als Soldat in Palästina. Marinus wurde enthauptet um des Glaubens an Christus willen. Asterius, der Senator, ebenfalls ein Christ, war anwesend bei seinem Martyrium. Er nahm seinen Umhang ab, hüllte den Leib des Märtyrers darin ein, legte ihn sich auf die Schultern, nahm ihn mit und begrub ihn ehrenvoll. Als die Heiden das sahen, enthaupteten sie auch ihn. Beide starben ehrenvoll um Christi willen ungefähr im Jahr 260.

4. Der gottgeweihte Pimen der Vielduldende. Pimen war von Jugend an krank und sehnte sich ebenfalls von Jugend an nach dem klösterlichen Leben. Zur Heilung zum Höhlenkloster gebracht, blieb er dort bis zu seinem Tod. Pimen betete zu Gott mehr um Krankheit als um Heilung. In der Nacht erschienen ihm Engel und weihten ihn zum Mönch. Einmal teilten ihm die Engel mit, daß er bis zum Tod krank sein werde und erst unmittelbar vor seinem Tod gesund werden würde. Und so geschah es. Pimen war zwanzig Jahre bettlägrig. Er wirkte Wunder zu Lebzeiten und war unge-wöhnlich hellsichtig. Kurz vor seinem Tod erhob er sich völlig gesund vom Bett, und sogleich bereitete er ein Grab für sich. Er entschlief im Herrn im Jahr 1110.

5. Der Hieromärtyrer Narkissos, Patriarch von Jerusalem wurde zur Zeit des Antonius im Jahr 213 im Alter von einhundertsechzehn Jahren enthauptet.

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Der heilige Or, Einsiedler der Thebais

Der Ruhm der Mönche, die Zierde der Mönche,
Das Haupt der Mönche, Or, der allweise Altvater,
Erlangte unter großen Mühen, mit vielen Seufzern
Die Vollkommenheit des wahren Mönchs.
„Gib uns ein Lehrwort“, baten sie ihn.
„Sprecht niemals eine Lüge, sagt die Wahrheit.
Ich kenne einen Mann, der niemals fluchte,
Niemals log, niemals einem anderen Böses wünschte.“
Nach dieser Antwort schwieg der Altvater.
Dann sagte der heilige Sisoes zum Or:
„Sprich zu mir, Vater, ein Lehrwort.“
„Lebe so“, sprach Or, „wie du mich siehst!“
„Sage mir genauer, wie ich dich sehen soll.
Birgt nicht jeder Mensch in sich ein Geheimnis?“
Wieder sprach Or zu ihm: „Siehe, ich spreche zu dir;
Von allen Geschöpfen Gottes halte ich mich für das Schlechteste.“
Pavlos, den Schüler, lehrte Or das folgende:
„Vor jeder Sünde wirst du leicht fliehen,
Wenn du vor schlechtem Gerede fliehst,
Denn aus diesem Übel sprießen alle anderen Sünden.
Für des Menschen Seele ist schlechtes Gerede der Tod,
Jeden guten Samen im Herzen erstickt es.
Noch eines will ich dir sagen, und dann sei es genug:
Vertreibe die Gedanken der Eitelkeit, vertreibe die schlechte Begierde.
Vom Stofflichen entferne dich
Und bald wirst du das Unstoffliche erhalten.“ 

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Weder gräme dich über die Gerechten noch beneide die Sünder. Erinnere dich immer daran, daß der Herr Jesus Christus durch Seine Auferstehung über einen schändlichen Tod triumphierte, und daß Herodes, Judas, Nero, Julian der Apostat, Valerian, Leo der Armenier und andere Gegner Christi ihre vergänglichen Erfolge und Siege auf ewig dem schändlichen Tod übergaben. Der hl. Narkissos, der Patriarch, wurde von Neidern verleumdet, die ihn der Verletzung der Keuschheit bezichtigten. Der unschuldige Narkissos zog sich in die Wüste zurück und verbrachte dort viele Jahre in Stille und Geduld und wartete darauf, daß der Herr Seinen Willen offenbarte. Drei Patriarchen folgten ihm, und erst dann traten Männer auf, die klare Beweise seiner Unschuld lieferten. Daraufhin wurde er von allen bedrängt, aus der Wüste auf seinen Thron zurückzukehren. So rechtfertigt Gott die Gerechten.
Der blutige Eroberer Valerian ermordete mit satanischer Leidenschaft die Christen in der ganzen Welt [d. h. im Römischen Imperium]. Und wie endete er? Im Kampf mit den Persern wurde er be-siegt und von König Sapor gefangengenommen. Sapor tötete ihn nicht sogleich, sondern benutzte ihn als Trittbrett, wenn er seine Ausritte unternahm. Jeden Tag brachten die Diener Valerian zusammen mit den Pferden herbei, und Sapor vergnügte sich damit, sich auf den Hals des römischen Kaisers zu stellen, um leichter auf sein Pferd zu steigen. Wer Böses sät, wird Böses ernten.      

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Laßt uns nachdenken über Gottes Barmherzigkeit gegenüber der unfruchtbaren Hannah, der Mutter Samuels, (1 Sam 1):
1. Wie Hannah kinderlos war und in ihrem Kummer zu Gott betete, ihr einen Sohn zu geben, den sie Ihm zu weihen versprach;
2. Wie Gott Hannahs Gebet erhörte und sie einen Sohn gebar und ihn Samuel nannte („von Gott erbeten“);
3. Wie Hannah Samuel zum Tempel brachte und ihn Gott weihte.

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Über das Gesetz von Zion

Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem Sein Wort.
(Jes 2,3)

Der Prophet spricht über ein neues Gesetz und ein neues Wort. Das alte Gesetz wurde auf dem Sinai gegeben; das neue wird von Zion ausgehen. Das alte Gesetz wurde durch Moses gegeben; das neue wird vom Herrn Christus Selbst gebracht. Das erste war nur für die Hebräer bestimmt; das zweite ist für alle Völker bestimmt, für das ganze Menschengeschlecht. Doch obwohl die Worte des Propheten klar sind, konnten die Hebräer sie nicht verstehen, wie sie bis zum heutigen Tag nicht verstanden werden. Der Sinn dieser Worte bleibt wegen der Verhärtung der Herzen verschlossen. Auf wen, denken sie, lassen sich diese Worte denn anwenden? Auf niemanden. Wie deuten sie sie? Sie deuten sie nicht. Sie übergehen sie, wie ein Blinder an einer offenen Tür vorbeigeht. Hätten sie diese Worte verstehen können, hätten sie dann sowohl den Propheten als auch Ihn, Den er prophezeite, so behandeln können, wie sie es taten? Hätten sie Jesaja zersägt und Christus gekreuzigt?
Die Hebräer hielten das Gesetz des Moses für das eine, abschließende Gesetz Gottes. Daher konnten sie nicht die Gedanken des Propheten über das neue Gesetz, das von Zion ausgeht, dem Haus Davids, der Zion pries, verstehen. Wenn auch die Hebräer nicht wußten, daß man das neue Gesetz durch das alte begreift, so wissen doch wir Christen, daß man das alte Gesetz durch das neue versteht. Sie hatten Bäume ohne Frucht, und wir haben sowohl die Bäume als auch die Frucht. Sie hatten Bilder ohne Wirklichkeit, und wir haben beides. Sie hielten nur an den Verheißungen fest – und wir haben sowohl die Verheißungen als auch die Erfüllung.
O Allreicher Herr, Der Du uns mit Deinem geisterfüllten Gesetz und Deinem lebenspendenden Wort bereicherst; Dich allein beten wir an, und zu Dir allein beten wir: Gewähre uns Weisheit und Stärke, gemäß Deinem Gesetz zu leben und Dein Wort zu bewahren, damit wir nicht arm werden vor Dir, Der Du uns reich gemacht hast. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.  

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