16.03.2024

03.03.2024

Gedenken

3. März nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hll. Märtyrer Eutropios, Kleonikos und Basiliskos (†308); hl. Piama von Ägypten († 377); ein unbekanntes Mädchen in Ägypten; sowie gerechte Zeno und Zoilps; hl. Jungfr. Piama (Piamun) († 337) und hl. Alexandra v. Alexandria; hl. Caluppan v. Auvergne (Gallien) († 576); hl. Johannes (Okropiri), Katholikos v. Georgien († 1049); hl. Märt. Theodoretos von Antiochia; hl. Non, Mutter des hl. David v. Wales (6. Jh.); hl. Guenole (Guengalaeunus, Winwallus, Winwalve) von der Bretagne († 532). Volokamsk Ikone der Allheiligen Gottesgebärerin.

1. Die hll. Märtyrer Eutropios, Kleonikos und Basiliskos. Diese waren Begleiter des hl. Theodor Tyron. Als der gerechte Theodor auf glorreiche Weise starb, blieben sie im Gefängnis zurück, und lange Zeit wurden sie nicht verurteilt, da der Statthalter des Kaisers in der Stadt Amesea abgelöst wurde. Als ein neuer Gouverneur eintraf, noch unmenschlicher als sein Vorgänger, befahl er, diese drei zu ihm zu bringen. Alle drei waren junge Männer. Eutropios und Kleonikos waren leibliche Brüder, und Basiliskos war ein Verwandter des hl. Theodor. Alle drei aber waren wie leibliche Brüder in brüderlicher Liebe miteinander verbunden. Als solche sagten sie zum Gouverneur: „Wie die Heilige Dreiheit ungeteilt ist, so sind auch wir durch unseren Glauben ungeteilt und untrennbar in Liebe verbunden.“ Vergeblich war alle Schmeichelrede des Gouverneurs, und vergeblich waren seine Versuche, Eutropios zu bestechen. Zuerst lud der Statthalter Eutropios ein, mit ihm zu speisen. Eutropios lehnte dies ab, indem er aus den Psalmen zitierte: Selig der Mann, der nicht dem Rat der Gottlosen folgt (Ps 1,1); danach bot ihm der Statthalter eine große Menge Geld an, einhundertfünfzig Liter Silber, was Eutropios ebenfalls ablehnte und dabei den Gouverneur daran erinnerte, daß Judas für Silber seine Seele verlor. Nach allen Versuchen anhand von Verhören und Martern wurden die ersten beiden verurteilt, gekreuzigt und Basiliskos enthauptet zu werden. Und so geschah es, die beiden Brüder wurden an zwei Kreuzen gekreuzigt, wofür sie Christus dankten, daß Er sie ge-würdigt hatte, denselben Tod zu erleiden, durch den Er Selbst starb. Der dritte, Basiliskos, wurde enthauptet. Sie alle gingen ein in das Reich der Freude, wo sie der hl. Theodor, ihr Kommandeur, erwartete, der vor ihnen von Christus, dem Herrn und Sieger, verherrlicht worden war. Sie litten ehrenhaft im Jahr 308.

2. Die hl. Piama die Ägypterin. Um Christi willen wollte Piama nicht heiraten; sie widmete sich dem asketischen Leben im Haus ihrer Mutter. Sie nahm sehr wenig Nahrung zu sich und dies nur jeden zweiten Tag. Die meiste Zeit verbrachte sie in Gebet und Betrachtung. Piama besaß die „Gabe der Unterscheidung“. Sie entschlief in Frieden und vermählte ihre Seele mit dem Herrn um das Jahr 377.

3. Die unbekannte Jungfrau. Sie stammte aus einem reichen Haus in Alexandria. Sie hatte einen guten Vater, der ein übles Ende nahm, und eine böse Mutter, die gut lebte, in Frieden starb und ehrenvoll beerdigt wurde. Verwirrt darüber, ob sie gemäß dem Vorbild ihres Vaters oder dem ihrer Mutter leben sollte, hatte diese Jungfrau eine Vision, die ihr den Zustand ihrer Mutter und jenen ihres Vaters in der anderen Welt zeigte. Sie sah ihren Vater im Reich Gottes und ihre Mutter in Finsternis und Qual. Diese Vision half der Jungfrau sich zu entscheiden, ihr ganzes Leben Gott zu weihen und sich wie ihr Vater an die Gebote Gottes zu halten, ohne all die Bedrängnisse und Mißgeschicke, die sie zu erdulden haben würde, in Betracht zu ziehen. Sie war dem Willen Gottes gegenüber treu bis zum Ende, und mit Gottes Hilfe wurde sie des Reiches Gottes gewürdigt, wo sie mit ihrem gottliebenden Vater wiedervereint wurde.       

Lobeshymne

Die heiligen Märtyrer Eutropios, Kleonikos und Basiliskos

Der Geist in ruhiger Gelassenheit zu Gott erhoben,
Das Herz, entflammt mit Liebe zu Ihm,
Sorgt sich nicht um Schmerzen, noch um den Körper –
Über solches bestimmt einzig der Herr.
Den Geist, auf Christus geheftet halten – das ist das Wichtigste.
Das erkannte der heilige Eutropios während seiner Foltern,
Und Kleonikos, sein Bruder, und der geliebte Basiliskos,
Den dreien erging es im Feuer wie im Morgentau.
Ein Geist, auf Christus geheftet, sorgt sich nicht um Martern;
Wenn der Schmerz anhält, so hält auch das Gebet an;
An die Schmerzen denkt er nicht, sondern er webt das Gebet.
Wer Gott fürchtet, fürchtet nicht den Schmerz.
Die beiden leiblichen Brüder wurden aufs Kreuz erhoben.
Ihre Leiber zuckten, doch ihr Geist war nicht in Unruhe.
Beide verherrlichten Gott, Der sie verherrlicht hatte;
Solch einen glorreichen Tod gab Er ihnen.
Das Gewand des Fleisches wird zerrissen und entfernt,
Der Geist jedoch erhebt sich zum Himmel;
Der Geist ist stärker als der Körper.
„Empfange, o Gott“ – so riefen sie – „unseren Geist in den Höhen.
Ewiger Ruhm sei Dir, o Sohn Gottes!“ 

Betrachtung

Menschlich gesprochen, erhob Sich Christus durch Seinen Gehorsam zur höchsten Stellung in der Kirche, in der Welt und in der menschlichen Geschichte. Keiner kann ein guter Vorsteher sein, der nicht durch die Schule des Gehorsams gegangen ist. Adam verlor seine Macht, seine Vorherrschaft über die Tiere und die Elemente der Natur genau in jenem Augenblick, als er sich als ungehorsam gegenüber Gott erwies. Abba Moses sagte: „Gehorsam bringt Gehorsam hervor. Wenn ein Mensch auf Gott hört, dann hört Gott auf ihn.“ Es ist jedoch offensichtlich, daß Gott mehr auf den Menschen hört als der Mensch auf Gott, wenn man zusammenzählt, wie oft am Tage die Menschen gegen die Gebote Gottes sündigen. Die Tatsache, daß der ewige Gott auf uns verderbliche Menschen häufiger hört als wir auf Ihn, sollte jeden, der noch ein Gewissen hat, mit Scham erfüllen. Als der hl. Eutropios mit seinen beiden Freunden das Martyrium erlitt, betete er zu Gott: „Komm zu unserer Hilfe, wie Du Deinem Knecht Theodor [dem Tyronen] zu Hilfe kamst!“ Da bebte die Erde, und der gehorsame Herr erschien mit Seinen Engeln und dem hl. Theodor. Und der Herr sagte zu den Leidensduldern: „Während eurer Folter stand Ich vor eurem Angesicht und war Zeuge eurer Beharrlichkeit. Eure Namen werde Ich ins Buch des Lebens schreiben.“

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den Herrn Jesus beim Letzten Abendmahl:
1. Wie Er Brot und Wein wählte, zwei gewöhnliche Nahrungsmittel, und durch sie Seine sichtbare und unsichtbare Verbindung mit der Kirche bis zum Ende der Zeit einsetzte;
2. Wie das Letzte Abendmahl bis zum heutigen Tag blieb und wie es bis zum Ende der Zeit als Sakrament (Mysterium) der Kommunion bestehen bleiben wird;
3. Wie an jedem Tag und zu fast jeder Stunde irgendwo in der Welt ein Priester Brot und Wein weiht und als Leib und Blut Christi empfängt und austeilt. Welch ein wundervolles Bild ist das!

Homilie

Über die Liebe zum Nächsten

Aber euretwegen ist es notwendiger, daß ich am Leben bleibe.
(Phil 1,24)

Erleuchtet von der Liebe Christi, bekannte der Apostel Paulus in seinem Brief an die Philipper, daß der Tod für ihn Gewinn sei, denn Christus sei sein Leben. Seine Liebe zu Christus zog ihn hin zum Tode, so daß er so bald wie möglich bei Christus stehen könnte; doch die Liebe zu seinen Nächsten drängte ihn dazu, am Leben zu bleiben. Dies sind nicht zwei Lieben, die den Apostel zerrissen und in zwei verschiedene Richtungen gezogen hätten, sondern ein und dieselbe, und sie öffneten vor ihm zwei Schatzkammern voller Güter: die Schatzkammer der gesegneten Welt im Himmel, und die andere, jene der Seelen der Gläubigen auf Erden. Die himmlischen Schätze werden vermehrt durch die Schätze auf Erden; der eine Schatz fließt über in den anderen. In den Himmel zu gehen – dorthin wird der Apostel durch die Liebe und Belohnung gezogen. Auf der Erde zu bleiben – dorthin wird der Apostel durch die Liebe und Pflicht gezogen.
Doch wenn ein sterblicher Mensch, meine Brüder, spürt, daß es notwendiger sei, aus Liebe zu den Brüdern am Leben zu bleiben, wie kann es dann seltsam sein, daß der ewige Gott vor dem Apostel wußte, es sei notwendiger, für die Rettung der Menschheit Mensch zu werden, als außer-halb des Fleisches im geistigen Reich zu bleiben? Dieses Bekenntnis des Paulus an die Philipper – erklärt es nicht mit völliger Klarheit die Gründe für die Inkarnation des Sohnes Gottes? Dort im Himmel ist Christi wahres Reich und Sein wirkliches Leben, ohne von Sünde und Tod umgeben zu sein. Doch die Liebe des Sohnes Gottes gegenüber den Menschen hielt es für notwendiger, im Fleisch zu erscheinen, auf der Erde, unter den Menschen. Wahrlich, wir müssen dem großen Apostel Paulus  dankbar sein, daß er, indem er sich selbst erklärte, das Mysterium von Christi Ankunft und Inkarna-tion erklärte.
O Herr, wundervoll bist Du in Deinen Heiligen! Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen

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16.03.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).