03.09.2022

21.08.2022

Gedenken

21. August nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Apostel Thaddäus; hl. Märtyrerin Bassa und ihre Kinder Theognios, Agapios und Pistos; hl. Avramij (Abramios) von Smolensk († 1220); unsere heiligen Vorväter Abraham, Isaak und Jakob; sowie hl. Avitus, Bischof v. Clermont (Gallien) († 594); hl. Sarmean, Katholikos v. Kartli, Georgien († 779); hl. Theokleta, Wundertäterin v. Kleinasien († 840); hl. Efrem († 1238), Schüler d. hl. Avramij v. Smolensk; hl. Avramij, der Arbeitsliebende v. Kiever Höhlenkloster (14. Jh.); hl. Kornelij, Abt v. Paleostrov (Valaam) († 1420) u. s. Schüler  hl. Avramij; hl. Jesajas v. Berg Athos; hl. Hieroneumärt. Nikodim (Kononov), Bischof v. Belgorod; hll. Märtt. Donatus, Diakon, u. Romul, Priester, Silvan, Diakon, und Venust (Rumänien); hl. Dositheus der Lehrer (Rumänien); hl. Hieromärt. Raphael v. Sisatovac, Serbien († 1941).

1. Der hl. Apostel Thaddäus war einer der Siebzig, nicht jener Thaddäus aus den Zwölf Aposteln. Der hl. Thaddäus sah und hörte zuerst Johannes den Täufer und empfing die Taufe von ihm, danach sah er den Herrn Jesus und folgte Ihm. Der Herr zählte ihn zu den siebzig geringeren Aposteln, die Er zu zweit vorausschickte: Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die Er Selbst gehen wollte (Lk 10,1). Nach Seiner herrlichen Auferstehung und Himmelfahrt sandte der Herr Thaddäus nach Edessa, Thaddäus’ Geburtsort, dem Versprechen gemäß, daß Er Fürst Abgar gegeben hatte, als Er ihm das Tuch mit seinem Abbild geschickt hatte. Indem Abgar das Tuch küßte, wurde er vom Aussatz geheilt, aber nicht vollständig. Ein wenig Aussatz blieb noch auf seinem Gesicht. Als der hl. Thaddäus vor Abgar erschien, empfing ihn dieser mit großer Freude. Der Apostel Christi unterwies ihn im wahren Glauben und taufte ihn daraufhin. Als der getaufte Abgar aus dem Wasser kam, fiel der verbliebene Aussatz von ihm ab, und er wurde völlig geheilt. Fürst Abgar verherrlichte Gott und wollte nun, daß auch sein Volk den wahren Gott erkennen und verherrlichen sollte. Der Fürst rief alle Einwohner von Edessa zusam-men, damit sie vom hl. Apostel Thaddäus vom wahren Glauben erführen. Als die Menschen die Worte des Apostels hörten und ihren Fürsten auf wundersame Weise geheilt sahen, verwarfen die Menschen die Götzen, ihre unreine Lebensweise, nahmen den Glauben an Christus an und wurden getauft. So wurde die Stadt Edessa vom christlichen Glauben erleuchtet. Fürst Abgar brachte viel Gold und bot es dem Apostel an; doch Thaddäus sagte zu ihm: „Da wir unser eigenes Gold zurückließen, wie können wir das Gold anderer empfangen?“ Der hl. Thaddäus verkündete das Evangelium in ganz Syrien und Phönizien. Er entschlief im Herrn in der phönizischen Stadt Beirut.

2. Die hl. Märtyrerin Bassa und ihre Kinder: Theognios, Agapios und Pistos. Bassa war die Frau eines Götzenpriesters, doch insgeheim war sie Christin. Sie unterwies ihre Söhne im Geist des Christentums. Ihr Mann haßte sie wegen ihres Glaubens und übergab sie zusammen mit ihren Söhnen dem Richter zur Marter. Nach grausamen Foltern wurden ihre Söhne enthauptet (man meint, dies sei in Edessa in Makedonien geschehen). Bassa war ganz von Freude erfüllt, als sie sah, wie ihre Söhne die Heldentat ihres Martyriums um Christi willen in Ehre vollendeten, und sie selbst ging, nun mit noch größerem Eifer, von Tortur zu Tortur. Als sie Bassa ins Meer warfen, erschienen ihr Engel und brachten sie zu einer Insel im Marmara-Meer. Dort wurde sie schließlich unter Kaiser Maximian enthauptet. So wurde die hl. Bassa auf zweifache Weise des Reiches Christi gewürdigt: als Märtyrerin und als Mutter von Märtyrern.

3. Der gottgeweihte Avramij (Abramios) von Smolensk wurde in der Stadt Smolensk geboren infolge der Erhörung der Gebete seiner Eltern. Er trat früh ins Klosterleben ein und widmete sich strenger Askese, wobei er die frühen Väter der Wüste nachahmte. Später gründete er das Kloster des Heiligen Kreuzes bei Smolensk. Er erlitt viele Versuchungen durch Dämonen und Menschen und ertrug sie mit großer Geduld und Danksagung an Gott. In der Zeit einer großen Dürre, erwirkte Avramij durch seine Gebete Regen. Er lebte fünfzig Jahre im Mönchsstand und entschlief im Herrn in Frieden im Jahr 1220.

4. Die heiligen Vorväter Abraham, Isaak und Jakob. Abraham, Isaak und Jakob werden am Sonn-tag der Vorväter vor Christi Geburt als Gerechte und Auserwählte Gottes kommemoriert.

Lobeshymne

Der heilige Avramij von Smolensk

Die Kerze brennt, der Weihrauch duftet,
Tag und Nacht betet Avramij.
Seine Nächsten liebt er wie sich selbst.
Verdorrt ist Avramijs Leib
Vom Fasten und durch Metanien,
Sein Herz erbebt vor dem Namen Gottes –
Auf die Seiten der Zeit schreibt er Ewigkeit.

Sünder fürchten die Sünder nicht,
Doch den Gerechten fürchten sie sehr.
Sündige Menschen verspotten Avramij,
Neider klagen ihn an.
Verspottet und angeklagt, Avramij erduldet es
Und erfleht Gottes Gnade für seine Feinde.

Avramij verbirgt sein Herz,
Im verborgenen kniet er, im geheimen vergießt er Tränen;
Gott urteilt nicht, wie Menschen urteilen,
Das Gericht der Menschen will schädigen,
Doch Gott wünscht die Rettung für alle,
Für den Vornehmen wie den ohnmächtigen Sklaven.
Auf Gott setzt der Heilige alle Hoffnung,
Und Gott verherrlicht Avramij auf ewig.

Betrachtung

Großmütiges Vergeben gegenüber Verleumdern und das Gebet für sie ist ein charakteristisches Merkmal christlicher Heiliger, die die Verleumdung gegen sich nicht als von Menschen, sondern von Dämonen gesandt betrachteten – von denjenigen also, die zu jeder Verleumdung, wie auch zu jeder Sünde im allgemeinen, am meisten aufwiegeln. Der hl. Avramij von Smolensk wurde vor dem Fürsten und dem Bischof von neidischen Priestern als Betrüger, Zauberer und Heuchler verleumdet. Die Verleumder trachteten nach nichts anderem, als daß man ihn zum Feuertod verurteilte. Der Fürst und der Bischof glaubten den Verleumdern, und Avramij wurde aus Smolensk vertrieben, und man verbot ihm, das Priesteramt auszuüben. Während der ganzen Zeit seines Verfahrens und der Verbannung wiederholte Avramij das Gebet des hl. Stephanus des Erstmärtyrers: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an (Apg 7,60). Es stellte sich später heraus, daß Avramijs Ankläger Lügner und Verleumder waren. Der erboste Fürst trachtete danach, die Verleumder streng zu bestrafen, und der Bischof wollte sie exkommunizieren; doch der hl. Avramij fiel auf seine Knie vor dem Bischof und bat ihn unter Tränen, ihnen zu vergeben. Er kehrte nicht eher in sein Kloster zurück und begann mit der Durchführung seiner priesterlichen Dienste, bis den Verleumdern verziehen war und sie wieder auf freiem Fuß waren.

Zum Nachdenken

Laßt uns über David und Saul nachdenken; über den Mann mit und den Mann ohne den Geist Gottes (1 Sam 18):
1. Wie Saul David wegen seiner Tugenden fürchtete, und wie David Saul in allen Dingen gehor-sam war;
2. Wie Saul heuchlerisch vorgab, David zu belohnen, und ihn unter die Philister sandte, damit er erschlagen werde;
3. Wie ein von Gott Abtrünniger immer einen gottergebenen Menschen fürchtet.

Homilie

Über den wundersamen Stein in Zion

Darum – so spricht Gott, der Herr: Seht her, Ich lege einen Grundstein in Zion,
einen harten und kostbaren Eckstein, ein Fundament, das sicher und fest ist:
Wer glaubt, der braucht nicht zu fliehen.
(Jes 28,16)

Dieser wundervolle Stein, meine Brüder, ist der Herr Jesus Christus Selbst. Wenn der Prophet an einen gewöhnlichen Stein gedacht hätte, hätte er nicht über den Glauben daran gesprochen, denn das wäre eine götzendienerische Prophezeiung gewesen. Auch der Prophet Daniel sprach über einen Stein, der aus dem Hügel herausbrach und einen großen Götzen zerschmetterte, ein großer Berg wurde und die ganze Erde erfüllte (Dan 2,34-35). Daniels Prophezeiung in bezug auf diesen Stein ist für die Heiden, doch Jesajas Prophezeiung ist für die Hebräer bestimmt. Der Herr Jesus Christus ist dieser Stein, der zuerst als Fundament der gesamten Schöpfung Gottes gelegt wurde, denn Er ist das Wort Gottes und die Weisheit Gottes; zweitens ist Er die Grundlage des Alten Testaments als der Vorbereitung; drittens ist Er das Fundament des Neuen Testaments als der Erfüllung. Der „Eckstein“ ist der stärkste und festeste Stein, der die anderen Steine zusammenhält und miteinander verbindet und die Wände in den verschiedenen Winkelmaßen in Einheit und Ganzheit hält. Der Herr Christus in uns ist der Eckstein, der unsere verschiedenen geistigen Kräfte in Einheit und Ganzheit zusam-menhält, so daß alle in gleicher Richtung wirken, in Gottes Richtung und Gottes Reich. Der Herr Christus ist in der menschlichen Geschichte der Eckstein, der das Judentum und das Heidentum in dem einen Haus Gottes vereinigt, in der Kirche Gottes. Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus (1 Kor 3,11), sagt der Apostel des Neuen Testaments in Überein-stimmung mit dem Propheten des Alten. Wer bis zum heutigen Tage an diesen Stein der Rettung geglaubt hat, ist nicht beschämt worden. Denn dieser Stein ist die sichere Grundlage, und es ist wahrlich ein erwählter Stein, ein kostbarer und geehrter Stein.
O Herr Jesus, unser Stein der Rettung, stärke den Glauben, der in uns ist, den heiligen und rettenden Glauben an Dich, unseren einzigen Erlöser. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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03.09.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).