20.10.2021

07.10.2021

Gedenken

7. Oktober nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hll. Märtyrer Sergius und Bacchus († ca. 303); hl. Märtyrer Polychronios (4. Jh.); sowie hll. Märtt. Julian, Priester, und Cäsarius, Diakon, in Terracina; hl. Märt. Pelagia von Tarsus († 287); hl. Märt. Eusebius und Felix in Terracina; hl. Sergij der Gehorsame vom Kiever Höhlenkloster (13. Jh.); hl. Sergij, Abt von Nurma (Vologda), Schüler des hl. Sergij von Radonež († 1421); Erhebung der Gebeine des hl. Martinian, Abt von Belozersk (1483); hl. Johannes der Eremit und 98 hll. Väter auf Kreta (verm. 10. Jh.); hl. Joseph von Mochevi, Wundertäter von Georgien († 1763); hl. Dubtach, Bischof von Armagh, Schottland († 513); hl. Märt. Prinzessin Osyth von Chich, England († ca. 700); hl. Neumärt. Priester Valentin Svencickij († 1931).

1. Die hll. Märtyrer Sergius und Bacchus. Diese heiligen und wundervollen Märtyrer und Helden des christlichen Glaubens waren zuerst Adlige am Hof des Kaisers Maximian. Der Kaiser selbst schätzte sie zuerst wegen ihres Mutes, ihrer Weisheit und Treue. Doch als der Kaiser hörte, daß diese beiden Adligen Christen waren, verwandelte sich seine Liebe in rasende Wut. Als einmal ein großes Opferfest an die Götzen stattfand, verlangte der Kaiser, daß Sergius und Bacchus mit ihm Opfer darbringen sollten; doch sie weigerten sich öffentlich, dem Kaiser darin zu gehorchen. Außer sich vor Wut, befahl der Kaiser, sie ihrer militärischen Würden, Ringe und Abzeichen zu entkleiden und sie in Frauenkleider zu stecken. Dann legte er ihnen eiserne Reifen um den Hals und ließ sie durch die Straßen der Stadt Rom führen, damit sie von allen verspottet würden. Danach schickte er sie zur Folter zu Antiochus, seinem Statthalter in Asia. Antiochus war in seine Stellung durch die Hilfe von Sergius und Bacchus aufgestiegen, da sie ihn einmal dem Kaiser empfohlen hatten. Als Antiochus sie drängte, Christus zu verleugnen und sich vor unehrenhaften Leiden und Tod zu retten, erwiderten diese Heiligen: „Ehre und Unehre, Leben und Tod – alles ist dasselbe für denjenigen, der das Himmelreich sucht.“ Antiochus warf Sergius ins Gefängnis und ordnete an, Bacchus zuerst zu foltern. Seine Günstlinge wechselten sich darin ab, den hl. Bacchus zu schlagen, bis sein ganzer Körper zerschmettert war. Bacchus’ heilige Seele verließ diesen zerschlagenen und blutigen Körper, und auf den Händen der Engel wurde er zum Herrn getragen. Der hl. Bacchus erlitt das Martyrium in der Stadt Barbalissos. Dann wurde der hl. Sergius herausgeführt. Seine Füße wurden in eiserne Schuhe gezwängt, die innen mit spitzen Nägeln besetzt waren. Man zwang ihn, mit diesen Schuhen zur Stadt Rozapha in Syrien zu gehen, wo er mit dem Schwert enthauptet wurde. Seine Seele trat hinüber ins Paradies, wo er zusammen mit seinem Freund Bacchus den Kranz ewiger Herrlichkeit von Christus, dem Herrn und König, empfing. Diese beiden wunderbaren Ritter des christlichen Glaubens erlitten das Martyrium um das Jahr 303.

2. Der hl. Märtyrer Polychronios wurde in der Region von Gamphanitus geboren. Seine Eltern waren Bauern. Als junger Mann arbeitete er als Tagelöhner im Weinberg eines Mannes aus Konstantinopel. Doch auch als Tagelöhner widmete sich Polychronios Tag und Nacht dem asketischen Leben des Gebets und Fastens. Der Winzer, der sein Leben, engelhaft in seiner Reinheit und Enthaltsamkeit, sah, war verwundert und gab ihm mehr Geld, als er verdient hatte. Der hl. Polychronios nahm das Geld und baute eine Kirche. Während des Konzils in Nikäa (325) war Polychronios ein Leser in der Kirche. Er bewies so großen Eifer darin, die Orthodoxie gegen die Aria-ner zu verteidigen, daß er zum Priester geweiht wurde. Später nahmen diese boshaften Häretiker Rache am hl. Polychronios, ergriffen ihn in der Kirche und schnitten ihn in Stücke. So erlitt dieser große Verteidiger der Wahrheit und Reinheit der Orthodoxie das Martyrium und empfing vom Herrn den Kranz der Herrlichkeit.

Lobeshymne

Die hll. Märtyrer Sergius und Bacchus

Diese fürstlichen Männer, Sergius und Bacchus,
Dienten dem König, doch nicht dem irdischen,
Sondern Christus, dem unsterblichen König.
Der irdische König verhöhnte die Heiligen,
Nahm ihnen die Gürtel ab;
Doch der Herr gürtete sie mit Stärke.
Der Kaiser nahm ihnen die Toga der Adligen ab;
Doch der Herr kleidete sie schöner
In das unverwesliche Gewand der Unsterblichkeit.
Der Kaiser nahm ihnen die Ringe von der rechten Hand;
Doch der Herr gab ihnen prachtvollere,
Indem Er ihre Seelen mit Sich Selbst vermählte.
Der Kaiser verstieß sie von seinem Hof;
Doch Gott hieß sie in Seinen himmlischen Palästen willkommen.
Die Erde marterte sie, doch der Himmel gab ihnen Ruhe.
Der Zerfall weist die Reinheit von sich,
Das Böse weist das Gute von sich.
Doch die heiligen Sergius und Bacchus
Gaben alles Irdische der Erde zurück,
Ihre heiligen Seelen aber übergaben sie Gott!
Obwohl aus dem irdischen Königreich verbannt,
Erleuchten sie nun die Erde;
Durch ihr Leiden überwinden sie die Bosheit;
Durch ihren Tod für das Kreuz sind sie verherrlicht.
Als Sieger über die Mächte der Finsternis
Zeigen sie uns den Weg zum Sieg.

Betrachtung

Eine Vision des hl. Andreas: Einmal saß der hl. Andreas mit seinem Schüler Epiphanios zusammen und sprach über die Rettung der Seele. Da kam ein Dämon zu Epiphanios und begann, ihm eine Falle zu stellen, um seine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken; doch er wagte es nicht, sich Andreas zu nähern. Andreas schrie ihn wütend an: „Fort mit dir, du unreiner Widersacher!“ Der Teufel prallte zurück und erwiderte boshaft: „Du bist der größte Feind, den ich in ganz Konstantinopel habe!“ Andreas vertrieb ihn nicht sogleich, sondern ließ ihn sprechen. Und der Teufel begann: „Ich fühle, daß die Zeit kommen wird, in der mein Geschäft verfallen wird. In jener Zeit werden die Menschen schlimmer sein, als ich es jetzt bin, und die Kinder werden in der Bosheit geschickter sein als die Erwachsenen. Und ich werde mir dann Ruhe gönnen und den Menschen nichts mehr antun, denn sie werden von sich aus meinen Willen vollbringen.“ Andreas fragte ihn: „Über welche Sünden freuen sich deine Leute am meisten?“ Der Teufel antwortete: „Götzendienst, Verleumdung, Böses gegen den Nächsten, die sodomitische Sünde, Trunksucht und Habgier – dies bereitet uns am meisten Freude.“ Andreas fragte weiter: „Und wie ertragt ihr es, wenn sich jemand, der euch gedient hat, von euch und euren Werken löst?“ Der Teufel antwortete: „Du weißt das besser als ich. Wir finden es hart zu ertragen und tun unser Äußerstes, um ihn zurückzubringen, denn viele, die sich von uns gelöst und sich Gott zugewandt haben, kommen zu uns zurück.“ Als der böse Geist dies und vieles andere gesagt hatte, blies ihn der hl. Andreas an, und er verschwand.

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über die Gerechtigkeit des Königs Josia und über Gottes Belohnung (2 Chr 34):
1. Wie König Josia die Götzenbilder zerstörte und tat, was vor dem Herrn recht war;
2. Wie sich Gottes Segen auf ihn und sein Volk während seiner langen Regentschaft ergoß.

Homilie

Über Kinder und ihr Lob Gottes

Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast Du Dir
Lob bereitet um Deiner Feinde willen.
(Ps 8,3)

Beim feierlichen Einzug des Herrn Christus in Jerusalem und danach in den Tempel selbst riefen die Kinder: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei, Der da kommt im Namen des Herrn! (Mt 21). Es sieht so aus, daß nichts den hebräischen Ältesten so sehr mißfiel wie der Lobpreis Jesu von Seiten der kleinen Kinder. Hörst Du, was sie rufen?, fragten sie Ihn mit böser Absicht. Und der Herr antwortete ihnen sanft: Habt ihr nie gelesen: Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge hast Du Dir Lob bereitet? Es ist klar wie der Mittag, daß sich die prophetischen Worte Davids auf dieses Wunder beziehen, das beim Eintritt des Herrn in Jerusalem stattfand: auf diesen wundervollen Lobpreis des Herrn durch kleine Kinder. Durch dasselbe Ereignis wird außerdem deutlich, daß das, was prophezeit wird, buchstäblich in Erfüllung geht. Und weiterhin ist klar, daß der Herr Selbst in diesem Augenblick die Prophezeiung Davids auf Sich bezog. Daß dies ein großes Wunder ist, inspiriert durch den Geist Gottes und durch den Willen und die Kraft Gottes verwirklicht, daran kann kein Zweifel bestehen. Während Fürsten und Schriftgelehrte und Älteste und Priester Christus, den Herrn, nicht zu erkennen vermochten, konnten Ihn kleine Kinder erkennen und verkünden. Dies ist ein im ganzen Alten und Neuen Testament einzigartiges Wunder, ein Wunder, das, wenn schon nicht größer als die Auferweckung der Toten, doch keineswegs geringer ist. Außerdem wurden das eine wie das andere Wunder – des Ereignisses und seiner Prophezeiung – durch ein und dieselbe Kraft Gottes vollbracht, von der Tätigkeit desselben Geistes und durch dieselbe Vorsehung Gottes. Diese Macht und prachtvolle Entfaltung der Herrlichkeit Gottes wurde vom Propheten in seiner Vorausschau dieser Begegnung mit den kleinen Kindern hervorgehoben, wobei er dieses Geschehen an die Seite der Schöpfung des wundervollen Sternenhimmels stellt, der von derselben Kraft Gottes geschaffen wurde (Ps 8,4).
Zu den kleinen Kindern muß man außer diesen selbst auch die Apostel und die große Zahl an Heiligen, Mönchen, Märtyrern und Jungfrauen – Tausende und Abertausende von ihnen – zählen, die in Unschuld und Einfachheit des Herzens Christus als den Sohn Gottes und ihren Erlöser anerkannten, Ihn mit der ganzen Liebe ihres Herzens umfingen und um Seinetwillen große Leiden auf sich nahmen. Warum bereitete Sich der Herr das Lob von ihren Lippen und nicht von den Lippen der Aristokraten und Philosophen und Rhetoriker? Von den einen nahm Er es an wegen ihrer Sanftmut, von den anderen wies Er es zurück wegen ihres Hochmuts, denn die Hochmütigen sind die schlimmsten Feinde Gottes. Daher löste Christus auf wundersame Weise die Zungen der Kinder und einfacher Fischer und Bauern, damit sie die Wahrheit im Angesicht ihrer Feinde – der Hochmütigen und Fürsten und Schriftgelehrten Jerusalems – verkündeten.
O Allmächtiger Herr Gott, löse auch unsere Zungen, damit wir mit starkem Glauben und kindli-cher Freude Deine unendliche Herrlichkeit verkünden. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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20.10.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).