16.09.2021

03.09.2021

Gedenken

3. September nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Märtyrer Anthimos, Bischof von Nikomedia und andere mit ihm († 303); hll. Märtyrer Theophi-los, Diakon, und Dorotheos, Mardonios, Mogdonios, Petros, Indes, Gorgonios, Zeno, die Jungfrau Domna und Euthymios († 302); hl. Märtyrerin Basilissa († 309); hl. Joanikije (Ioannikios), Erzbischof und erster Patriarch von Serbien († 1349); hl. Theoktistos, Gefährte des hl. Euthymios des Großen († Mitte des 5. Jh.); sowie hl. Phöbe, Diakonin in Kenchrea bei Korinth (1. Jh.); hl. Märt. Aristion, Bischof von Alexandria in Syrien (3. Jh.); hl. Remaklus, Bischof von Maastrich († 677);  sel. Ioann der Langhaarige, Narr in Christo von Rostov († 1580); Neu-märt. Polydoros von Zypern († 1794); Kaiser Konstantin der Neue; Überführung der Gebeine des hl. Nektarios von Pentapolis; hl. Märt. Edward, König von England († 978).

1. Der hl. Hieromärtyrer Anthimos wurde in Nikomedia geboren und von Kindheit an als wahrer Christ aufgezogen. „Sein Leib wurde abgetötet, sein Geist demütig gemacht, aller Neid ausgemerzt, der Zorn gebannt ... Er besaß Liebe zu allen und hielt mit allen Frieden; er war allen gegenüber umsichtig, hatte Eifer zur Ehre Gottes und war allen gegenüber offen.“ Kein Wunder, daß ein Mann mit solchen Tugenden zum Bischof ernannt wurde. Der hl. Anthimos leitete als Bischof von Nikomedia die Kirche während der grausamen Christenverfolgung unter den niederträchtigen Kaisern Diokletian und Maximian. Ströme von Christenblut wurden vergossen, vor allem in Nikomedia. Einmal wurden am Fest der Geburt Christi zwanzigtausend Märtyrer in einer Kirche lebendig verbrannt (siehe 28. Dez.). Dies fand während der Zeit des Episkopats des hl. Anthimos statt. Doch die Verfolgung hörte damit nicht auf, sondern ging weiter, und viele Christen wurden ins Gefängnis geworfen und dort Martern und Tod unterworfen. Der hl. Anthimos zog sich in das Dorf Semana zurück, nicht, weil er vor dem Tod fliehen wollte, sondern um weiter seine Herde für das Martyrium zu stärken, damit keiner aus Angst vom Glauben abfiele. Einer seiner Briefe an die Christen im Gefängnis wurde abgefangen und Kaiser Maximian übergeben. Der Kaiser sandte zwanzig Soldaten, um Anthimos zu finden und zu ihm zu bringen. Der grauhaarige und hellsichtige Greis trat hinaus, um den Soldaten entgegenzutreten, brachte sie in sein Haus und bewirtete sie als Gäste. Dann tat er kund, er sei Anthimos, den sie suchten. Die Soldaten, erstaunt über Anthimos’ Gastfreundschaft, schlugen vor, er solle sich verstecken, und sagten, sie würden dem Kaiser sagen, sie hätten ihn nicht finden können. Doch Anthimos erwiderte, daß er Gottes Gebot – kein falsches Zeugnis abzulegen – nicht übertreten könne, um sein Leben zu retten, und brach zusammen mit den Soldaten auf. Auf dem Weg kamen alle Soldaten zum Glauben an Christus und wurden von Anthimos getauft. Der Kaiser ließ Anthimos lange Zeit grausam schlagen und dann mit einer Axt enthaupten. Während der Martern verherrlichte Anthimos den Herrn und ging zu Beginn des vierten Jahrhunderts in die Ruhe ein.

2. Die hl. Märtyrerin Basilissa war ein neun Jahre altes Mädchen. Sie wurde nicht lange nach dem Tod des hl. Anthimos in Nikomedia gemartert. Die Folterknechte bedeckten ihren ganzen Leib mit Wunden, doch sie blieb Christus treu. Gott bewahrte sie unbeschadet vor Feuer und wilden Tieren, was den Statthalter Alexander, der sie den Torturen aussetzte, dazu bewog, zu bereuen und den christlichen Glauben zu empfangen. Basilissa ging daraufhin hinaus in ein Feld, fiel auf ihre Knie und betete dankbar zu Gott, daß sie die Torturen ausgehalten hatte, und auf diese Weise übergab sie Gott ihre Seele. Dies geschah ungefähr im Jahre 309.      

3. Der hl. Joanikije, Erzbischof und erster Patriarch von Serbien, wurde in Prizren geboren und diente zuerst als Sekretär des Königs Dušan. Er wurde 1339 Erzbischof und wurde 1346 in den Rang des Patriarchen erhoben. Er war ein eifriger Hirte und brachte Ordnung in die Serbische Kirche. Er war ein „großer Bewahrer der Kirchengesetze“ und entschlief am 3. Sept. 1349 in Frieden. Seine Reliquien sind in Peć aufbewahrt.

4. Der hl. Theoktistos war ein Asket und Gefährte des hl. Euthymios des Großen. Er wurde Abt der Lavra des hl. Euthymios, die ungefähr sechs Meilen von Jerusalem entfernt an der Straße  nach Jericho lag. In allen Dingen erwies er sich als Schüler des hl. Euthymios, unter dessen geistlicher Führung er das Kloster bis zum Alter von neunzig Jahren leitete. Sein Leben gefiel Gott, und er entschlief in der Mitte des fünften Jahrhunderts zur Zeit, als Anastasios Patriarch von Jerusalem war.

Lobeshymne

Der heilige Märtyrer Anthimos

Anthimos sprach seiner Herde Mut zu:
„Meine Kinder, meine geliebten Kinder,
die ihr das Joch Christi tragt,
Jetzt ist die Zeit des großen Verzichts,
O Soldaten des gekreuzigten Christus,
Der glorreich von den Toten auferstand!
Jetzt ist die Zeit der grausamen Verfolgung;
Jetzt ist die Zeit des Kampfes und der Geduld;
Denn die Ernte der Helden ist vorbereitet.
Die funkelnde Krone leuchtet über euch:
Fürchtet nicht die dunklen Henker,
Denn die Macht der Menschen währt nicht ewig,
Doch die Kraft Gottes bleibt in die Äonen der Äonen.
Selig ist, der Gott fürchtet!
Eure Tränen werden fortgewischt werden
Im Himmel durch die Hände der Engel;
Eure Wunden werden geheilt werden
Im Himmel durch paradiesischen Balsam.
Der Tod wird in Leben verwandelt!
Die Verachteten werden mit Kränzen gekrönt!
Kurze Marter, doch ewiger Segen.
Meine lieben Kinder, fürchtet euch nicht.“

Betrachtung

Wer die Rettung wünscht, muß unbedingt gehorsam sein gegenüber der geistlichen Autorität. Ohne diesen Gehorsam kann der Mensch ins Verderben geraten, selbst mit dem größtmöglichen Verlangen nach der Erlösung. Die größten Heiligen, die den Gehorsam für eine Bedingung für die Rettung hielten, erfüllten dies selbst auf vollkommene Weise. Als der hl. Symeon seine Askese auf der Säule erwählte, schreckte das, da es etwas Neues war, andere Asketen auf. Sie wußten nicht, ob diese Art der Askese im Geist Gottes oder im Geist des Stolzes geschah, und sie sandten verschiedene Wüstenväter und geistliche Lehrer, um das herauszufinden. Sie sollten Symeon in ihrem Namen befehlen, von seiner Säule herunterzukommen. Wenn er das ablehnte, bedeutete das, daß sein Aufenthalt auf der Säule im Geist des Stolzes geschah. Wenn er dem Gebot folgte und bereit wäre, von der Säule herabzusteigen, dann müsse man ihn dort lassen, wo er sei, denn seine Bereitschaft zu gehorchen, würde zeigen, daß seine Askese vom Heiligen Geist stammte. Als die Delegation ankam und dem hl. Symeon sagte, die Ratsversammlung der Wüstenväter befehle ihm, von seiner Säule herunterzukommen, begann Symeon sofort die Leiter herabzusteigen. Die Väter, die dies sahen, riefen ihm daraufhin voller Freude zu: „Komm nicht herunter, heiliger Vater; bleibe, wo du bist! Jetzt sehen wir, daß deine Askese von Gott stammt!“

Zum Nachdenken

Laßt uns darüber nachdenken, welche Strafen Gottes Davids Sünde zur Folge hatte (2 Sam 13):
1. Wie Amnon, der Sohn Davids, Davids Tochter Tamara schändete;
2. Wie Absalom, der Sohn Davids, seinen Bruder Amnon dafür tötete;
3. Wie David bitter weinte.

Homilie

Über das im Fleisch offenbar gewordene Wort Gottes

Und das Wort wurde Fleisch. (Jh 1,14)

Hier, meine Brüder, ist ein neuer Anfang, ein gesegneter und rettender Anfang für uns. Dies ist der Beginn unserer Erlösung. Adam war im Fleisch, als er unter die Macht der Sünde und des Todes fiel. Der Sohn Gottes – das Wort, die Weisheit, das Licht und das Leben – stieg herab unter die Menschen im menschlichen Fleisch und mit einer menschlichen Seele. Er nahm Fleisch an, während Er ungetrennt von Seiner Göttlichkeit blieb, von Seinem Vater. Er bewahrte alles, was Er war und von aller Ewigkeit her besaß, und Er empfing etwas Neues: die menschliche Natur. Seine ewigen Eigen-schaften wurden durch Seine Inkarnation nicht gemindert, noch veränderte sich Seine Beziehung zum Vater und zum Geist. Seht, der Vater legte Zeugnis ab am Jordan und auf dem Thabor: Dies ist Mein geliebter Sohn! Er sagte nicht: „Dies war Mein Sohn“, sondern: „Dies ist Mein Sohn.“ Der Heilige Geist war bei Ihm, als Er Fleisch annahm, und an jedem Tag Seines Dienstes auf Erden. Göttliche und menschliche Natur waren in Ihm vereinigt, doch nicht vermischt. Wie? Fragt nicht; ihr, die ihr nicht einmal euch selbst erklären und sagen könnt, wie euer Körper und eure Seele miteinander vereinigt sind. Ihr sollt lediglich wissen, daß Gott kam, um auf Erden zu wohnen, und daß Er den Menschen unaussprechlich reiche Gaben brachte, königliche Gaben, die nicht dem Verderben unter-liegen, die nicht vergehen, und daß diese jede Einschätzung und jeden Preis übersteigen. Wisset dies, und laßt euer Herz vor Freude tanzen. Strebt danach, eure Hände zu reinigen, all eure Sinne zu behüten, eure Seele zu beruhigen, euer Herz licht zu machen, euren Sinn zu berichtigen – damit ihr diese königlichen Gaben erhalten könnt, denn sie werden den Unreinen nicht gegeben.
O Herr Jesus Christus, hilf uns, uns durch Dein Blut und Deinen Geist zu reinigen, damit wir Deiner königlichen Gaben würdig werden. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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16.09.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).