12.09.2022

30.08.2022

Gedenken

30. August nach dem Kirchenkalender

Gedenken: Synaxis der Erleuchter und Lehrer Serbiens; sowie hll. Alexander († 340), Johannes († 595) und Pavlos († 784), Patriarchen von Konstantinopel; hl. Christophoros (6. Jh.); hl. Eulalios, Bischof von Cäsarea in Kappadokien; hl. Phantinos v. Kalabrien (9. Jh.); Überführung der Gebeine (1724) des hl. Alexander Nevskij († 1263); hl. Alexander von Svir († 1533); Erhebung der Gebeine (1652) d. hl. Daniil, Fürst v. Moskau († 1303); sieben hll. Märtt. (Mönche) v. Theben; sechs hll. Märtt. v. Melitene; hl. Sarmata v. “Paradies”; hll. Märtt. Felix, Fortunatus, Septimus u. Januarius; hl. Phylax; hl. Hieroneumärt. Simon (Šlejev), Bischof v. Ufa († 1921), hl. Hieroneumärt. Archimandrit Ignatij (Lebedev) v. Hl. Petr-Kloster († 1938). 

1. Synaxis der heiligen Erleuchter und Lehrer Serbiens. An diesem Tag werden nicht alle serbischen Heiligen im allgemeinen kommemoriert, sondern nur einige wenige Erzbischöfe und Patriarchen: hl. Sava, erster Erzbischof Serbiens, genannt der Apostelgleiche. Arsenije, der Nachfolger des hl. Sava, ein großer Hierarch und Wundertäter. Sava II., Sohn des Königs Stefan, des Erstgekrönten, der lange Zeit in Jerusalem lebte und genannt wurde „an Sanftmut dem Moses ähnlich“. Nikodim, der in Askese auf dem Heiligen Berg lebte, Abt des Klosters Chilandar war und Erzbischof von „Ganz Serbien und der Ländereien im Meer“ genannt wurde. Joanikije, Erzbischof und nachfolgend von 1346 bis zu seinem Tod 1349 Patriarch. Jefrem, ein Asket, gegen seinen Willen 1376 zum Patriarchen gewählt zur Zeit des Prinzen Lazar; er krönte Lazar und entsagte dann dem patriarchalen Thron und zog sich in die Wildnis zurück. Spiridon, Jefrems Nachfolger; er starb 1388. Makarije, der viele alte Gründungen wiederherstellte, kirchliche Bücher in Skadar, Venedig, Belgrad und anderen Orten drucken ließ; er baute das berühmte Refektorium in Peć, tat mit Hilfe seines Bruders Mehmed Sokolović viel für die Entwicklung der Kirche und entschlief im Jahre 1574. Gabriel, in der adligen Rajić-Familie geboren, der am Moskauer Konzil unter Patriarch Nikon teil-nahm, wofür er von den Türken wegen Hochverrats gefoltert und im Jahre 1656 gehängt wurde. Außerdem wird noch der folgenden gedacht: Jevstatije, Jakov, Danilo, Sava III., Grigorije, Jovan, Maksim und Nikon. Viele von ihnen verbrachten ihr asketisches Leben auf dem Heiligen Berg und alle waren „sanftmütige und treue Knechte, gute Arbeiter im Weinberg des Herrn.“

2. Die hll. Alexander, Johannes und Pavlos, Patriarchen von Konstantinopel. Alexander nahm am Ersten Ökumenischen Konzil in Nikäa [325 A.D.] an Stelle des betagten Patriarchen Metrophanes teil. Danach folgte er Metrophanes nach. Als gewisse Philosophen mit ihm über den Glauben streiten wollten, sagte er zu einem von ihnen: „Im Namen meines Herrn Jesus Christ, befehle ich dir zu schweigen!“, und der Philosoph wurde augenblicklich stumm. Durch sein Gebet verkürzte Alexan-der sogar das Leben des Arius. Alexander starb im Alter von achtundneunzig im Jahr 340. Der hl. Johannes der Faster leitete die Kirche unter der Herrschaft des boshaften Kaisers Anastasios, der die akephalitische Häresie vertrat. Er starb im Jahr 595. Der hl. Pavlos leitete die Kirche fünf Jahre und acht Monate, entsagte dann dem Thron und empfing das Engelgleiche Gewand [das Große S’chima], um seine Sünden zu bereuen, denn er war zuvor mit den Ikonoklasten einverstanden gewesen. Er war der Nachfolger des großen Tarasios und starb, als Irene und Konstantin herrschten im Jahr 784.

3. Der gottgeweihte Christophoros war ein Asket im sechsten Jahrhundert im Kloster des hl. Theodosios. In einer Vision sah er die Lampaden der eifrigen Mönche brennen, doch jene der faulen Mönche brannten nicht.

4. Der hl. Eulalios, Bischof von Cäsarea in Kappadokien, war einer der Nachfolger des hl. Basileios. Er enthob seinen Sohn des Priesteramtes, da dieser Kleidung trug, die seinen geistlichen Gelübden nicht entsprach.

Lobeshymne

Synaxis der heiligen Erleuchter und Lehrer Serbiens

Auserwählte Gottes, ihr serbischen Heiligen,
Weise Lehrer und Erleuchter,
Fürsten des Geistes, glorreiche Helden,
Beste Hirten der Herde Christi.
Gott dientet ihr und verleugnetet euch selbst
Und Leuchtfeuer wurdet ihr für euer Volk:
Gott-tragende Menschen mit göttlichen Eigenschaften,
Von der Heiligen Dreiheit empfinget ihr das Licht,
Reichlich empfinget ihr und teiltet es überall aus,
Und euren Mühen entsprossen Wunder.
In Savas Fußstapfen schritten alle geradlinig voran
Durch das serbische Land, Heiligkeit zoget ihr auf.
Glauben an das Wort Gottes befestigtet ihr,
Hülltet in das neue Gewand die Seelen,
Mit schönen Kirchen schmücktet ihr das Land.
O Männer Gottes, „den Engeln gleich“!
Engel des serbischen Volkes wart ihr,
Lehrtet die Serben, Gott zu verherrlichen,
Den Erlöser anzubeten, den lebendigen Christus,
Und treu dientet ihr dem Heiligen Evangelium.
Deshalb hat euch der Herr im Himmel verherrlicht
Und euch als Leuchten vor das serbische Volk gestellt,
Damit ihr, die ihr im Himmel lebt, auf Erden leuchtet,
Um euer Volk zur Wahrheit und Gerechtigkeit zu leiten.
Solange das serbische Volk euer Vorbild bewundert,
Werden die Menschen durch eure Gebete leben.

Betrachtung

Mit Tumult und Schande gehen lärmende Häretiker zu Grunde, und durch ihren Tod wird der Zorn Gottes gegenüber den Lügen, die sie verbreitet und mit denen sie die Kirche Christi in Aufruhr versetzt haben, offenbar. Arius kam, nachdem er in Nikäa verurteilt worden war, eines Tages zum Kaiser Konstantin und bat ihn, wieder in die Kirche aufgenommen zu werden. Konstantin fragte ihn, ob er an das Glaubensbekenntnis von Nikäa glaube, und er antwortete – heimtückisch auf seine Brust deutend, wo er ein Papier versteckt hielt, auf dem sein eigenes häretisches Bekenntnis geschrieben stand –: „So glaube ich.“ Der Kaiser vertraute darauf, daß Arius bereut habe, und sandte ihn zu Patriarch Alexander, daß er mit der Kirche versöhnt werde. Alexander war unwillig, Arius zu empfangen; er wußte, daß er log, doch der Kaiser bestimmte einen Sonntag, an dem Arius in die Große Kirche gebracht werden solle. Am Vorabend dieses Tages bat der heilige Patriarch, Gott möge seine Seele nehmen, bevor dieser blasphemische Häretiker in die Kirche gebracht würde. Als der festgesetzte Sonntag dämmerte, war der Patriarch in der Kirche beim Gottesdienst, und Arius machte sich zusammen mit seinen häretischen Gesinnungsgenossen und den Männern des Kaisers auf den Weg zur Kirche. Als sie den Marktplatz von Konstantinopel erreichten, wurde er plötzlich von Schmerzen im Geist und im Leib ergriffen, und er suchte einen Ort, um sich zu erleichtern. Es gab dort am Marktplatz einen solchen Ort, und er ging dorthin. Seine Gefährten warteten lange und wurden ungeduldig. Als jemand dorthin ging, um zu sehen, was Sache war, fand er ihn tot an diesem schmutzigen Ort liegen, im Unreinen und Blut.

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über Davids Sieg über die Philister (2 Sam 5):
1. Wie die Philister in Davids Land einfielen, und David zu Gott betete, hinausging und die Philister schlug;
2. Wie die Philister abermals angriffen und David wiederum zu Gott betete und sie aufrieb.

Homilie

Über die geheimnisvolle Herkunft Christi

... und wer kann Seine Herkunft benennen? (Jes 53,8 Septuaginta)

Wie die verborgene Quelle eines großen Flusses, so war den Hebräern die Herkunft des Herrn Jesus verborgen. Sie hatten gelesen und sie wußten, daß der Messias in Bethlehem geboren würde – und das wurde er auch –, doch sie erkannten Ihn nicht. Sie wußten, daß der Messias aus dem Haus David kommen würde, und Er wurde aus dem Haus David durch Seine Allerheiligste Mutter geboren, aber sie erkannten Ihn nicht, und sie nahmen Ihn nicht auf. Sie hatten gelesen, daß Er von einer Jungfrau geboren würde, daß Er nach Ägypten fliehen und aus Ägypten gerufen würde, daß Ihm der Vorläufer den Weg bereiten würde, „ein Rufer in der Wüste“, daß Er als ein großes Licht in der Finsternis und im Schatten der todverfallenen Länder Sebulon und Naftali leuchten würde; und auch den ganzen Rest dessen, was die Propheten als Zeichen Seines Kommens geschrieben und vorhergesagt hatten, kannten sie – doch sie erkannten Ihn nicht und nahmen Ihn nicht auf, sondern kreuzigten den König der Herrlichkeit wie einen gewöhnlichen Verbrecher.
Wäre es ein gewöhnlicher Mensch gewesen, hätte dann der Prophet nach Seiner Herkunft und Geburt gefragt? Wessen Herkunft und Geburt in der ganzen Geschichte des hebräischen Volkes ist nicht bekannt? Doch Seine Herkunft ist verborgen wie die Herkunft des Melchisedek. Sie war den Hebräern verborgen und für die Ungläubigen stets verborgen; doch für uns, die Gläubigen, ist sie nicht länger verborgen. Wir wissen, daß Er „Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott“ ist. Dies ist Er in der Ewigkeit. Wir wissen, daß Er „aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria geboren wurde“ und in der Welt als Mensch erschien, als menschgewordener Gott. Dies ist Er in der Zeit. Seine Geburt ist daher sowohl im Himmel als auch auf der Erde – in der Ewigkeit wie in der Zeit – wunderbar, geheimnisvoll, herrlich und majestätisch. Wenn wir alles sagen, was über Ihn zu sagen ist, können wir immer noch fragen: „Wer kann Seine Herkunft benennen?“ Nicht, weil Seine Herkunft nicht bekannt wäre, sondern weil sie jenseits unseres Begreifens, unseres Denkens ist; jenseits der Wunder, jenseits der Natur.
O Herr Jesus Christus unser Gott, erleuchte uns mit Deiner göttlichen Erkenntnis und erhebe uns zu Dir durch die Kraft Deiner Menschenliebe. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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12.09.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).