24.02.2021

11.02.2021

Gedenken

11. Februar nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Hieromärtyrer Blasios, Bischof von Sebaste († 316); hl. Märtyrer Georg von Kratovo           († 1515); hl. Theodora, Kaiserin von Konstantinopel († 867); sowie hl. Hieromärt. Lucius von Adrianopolis in Thrakien († 348); hl. Vsevolod (i. d. Taufe Gabriel), Wundertäter von Pskov (Pleskau) († 1138); hl. Dimitrij, Wundertäter v. Priluki (Vologda) (1392); hl. Neumärt. Georg v. Kratovo und Sofia (Serbien und Bulgarien) († 1515); hl. Georg, Abt in Serbien; hl. Gobnait, Äbtissin v. Ballyvourney, Cork (Irland) (7. Jh.); hl. Caedmon v. Withby, Mönch (ca. 680).

1. Der hl. Hieromärtyrer Blasios wurde in der Provinz Kappadokien geboren. Von früher Kindheit an war er gottesfürchtig und sanftmütig. Wegen seiner großen Tugenden wurde er zum Bischof der Stadt Sebaste [in Armenien] gewählt. Blasios war eine große geistige und sittliche Leuchte in dieser heidnischen Stadt. Als eine schwere Verfolgung hereinbrach, sprach der hl. Blasios seiner Herde Mut zu und besuchte im Gefängnis die Märtyrer Christi. Unter ihnen war der bedeutende und glorreiche Eustratios. Als die Stadt Sebaste völlig von Christen entleert war – manche wurden getötet, andere flohen –, zog sich der hl. Blasios auf den Berg Argeos zurück und ließ sich dort in einer Höhle nieder. Wilde Tiere achteten den heiligen Mann, sammelten sich um ihn und umschmeichelten ihn zärtlich. Doch die Verfolger fanden den Heiligen an seinem entlegenen Ort und stellten ihn vor Gericht. Auf dem Weg heilte Blasios einen Jungen, bei dem sich ein verschluckter Knochen in der Kehle festge-setzt hatte. Auf das Flehen einer armen Witwe, deren Schwein von einem Wolf geraubt worden war, befahl der Heilige durch die Kraft seines Gebets dem Wolf, das Schwein zurückzubringen. Die finsteren Richter quälten Blasios auf zweierlei Weise: Sie peitschten ihn und zerfleischten ihn mit einem Eisenkamm. Durch seine Standfestigkeit im Glauben bekehrte der hl. Blasios viele Heiden zum Glauben. Sieben Frauen und zwei Kinder schmachteten im Gefängnis mit ihm. Zuerst wurden die Frauen enthauptet, danach der wundervolle Blasios mit diesen beiden Kindern. Er litt und wurde im Jahr 316 verherrlicht. Die Menschen beten zum hl. Blasios für das Wohlergehen ihres häuslichen Viehs und um Schutz gegen wilde Tiere. Im Westen jedoch wird er auch angerufen bei Krankheiten der Kehle.


2. Der hl. Märtyrer Georg von Kratovo. Von Geburt war Georg ein Serbe aus der Stadt Kratovo. Er war von Beruf Silberschmied und in Herz und Seele überzeugter und frommer Christ. Georg war achtzehn Jahre alt, als ihn seine Eltern zum Islam bekehren wollten. Georg blieb im Glauben fest wie ein Diamant. Die Türken marterten ihn mit vielen grausamen Foltern und verbrannten ihn schließlich am Spieß. Er litt für den wundervollen Glauben Christi am 11. Februar 1515 in Sofia, Bulgarien, während der Herrschaft des Sultans Selim und wurde im Himmel mit unvergänglicher Herrlichkeit verherrlicht.

3. Die hl. Theodora, eine griechische Kaiserin, war die Frau des ruchlosen Kaisers Theophilos des Ikonoklasten. Nach dem Tod des Theophilos wurde Theodora die regierende Kaiserin und herrschte zusammen mit ihrem Sohn Michael III.. Auf dem Konzil von Konstantinopel (842 A.D.) stellte sie sofort die Verehrung der Ikonen wieder her. Bei diesem Ereignis wurde das Fest der Orthodoxie eingesetzt, das auch heute noch am ersten Sonntag der Ehrenvollen Fastenzeit begangen wird. Diese heilige und verdienstvolle Frau der Kirche übergab Gott ihre Seele am 11. Februar 867. Zu jener Zeit, bei diesem feierlichen Triumph der Orthodoxie über alle Häresien, wurden durch die göttliche und wundersame Vorsehung Gottes die hll. Kyrill und Method als christliche Missionare zu den Slaven gesandt.

Lobeshymne

Die Verehrung der Ikonen

Weshalb, mein Christ, verbeugst du dich auf solche Weise,
Wenn du, o Christ, die Ikonen verehrst?
– Vor dem Lebendigen Gott, dem Schöpfer, verbeuge ich mich;
Mit ganzer Seele, Herz und Geist verbeuge ich mich vor Ihm.
Sterblich bin ich und unfähig, Ihn zu erschauen,
Daher verbeuge ich mich vor Seinem Bild.
Was, mein Christ, verehrst du so innig,
Wenn du, o Christ, die Ikonen küßt?
– Christus, den Gott und Erlöser, küsse ich,
Die Chöre der Engel, die Heiligen und die Mutter Gottes.
Sterblich bin ich und daher kann ich sie nicht berühren,
Doch wenn ich ihre Bilder küsse, findet mein Herz Trost.

Betrachtung

Materie ist nicht an sich schlecht, wie das einige christliche Häretiker (z. B. die Manichäer) und einige Philosophen behauptet haben. Sie ist nicht nur nicht schlecht; sie ist auch nicht das einzige, wodurch sich Übel verbreiten, denn der Geist ist ebenfalls ein Überträger des Bösen. Jedes materielle Ding ist durch die menschlichen Sünden belastet und besetzt, doch es ist nicht böse. Die Materie ist verderblich, schwach und hilflos im Vergleich mit dem unsterblichen Geist, doch nicht böse an sich. Wenn sie böse wäre, wie hätte dann der Herr die Heilige Kommunion aus Brot und Wein einsetzen und sie als Seinen Leib und Sein Blut bezeichnen können? Wenn die Materie an sich böse wäre, wie könnte man dann Menschen im Wasser taufen? Wie hätte dann der Apostel Jakobus anordnen können, daß die Kranken mit Öl zu salben sind? Wie könnte dann geweihtes Wasser frisch bleiben und wundersame Kraft haben? Wie könnte das Kreuz solche Kraft besitzen? Wie könnte Christi Gewand die heilende Kraft des Erlösers in sich getragen haben, durch die die Frau mit dem Blutfluß geheilt wurde? Wie könnten dann die Reliquien der Heiligen und heilige Ikonen solch wunder-wirkende Eigenschaften haben und so viel Gutes den Menschen aus dem Reich Gottes übermitteln? Wie könnte daher Gutes zum Menschen kommen durch Böses? Nein, nein; die Materie ist keinesfalls böse an sich.

Zum Nachdenken

Laßt uns über den Herrn Jesus als guten Händler nachdenken, der zum Marktplatz der Welt kam, um zu geben und zu nehmen:
1. Um seine Mühe zu geben und zahlreiche Früchte der Freude durch diese Mühe zu ernten;
2. Um Sich Selbst zu geben, um gedemütigt, bespien, gestoßen, gequetscht, durchstochen und gekreuzigt zu werden, um dadurch das Heer Seiner Gläubigen in die ewige Herrlichkeit zu führen.
3. Um Seinen Leib zu geben, um dadurch zahllose Seelen zu retten.

Homilie

Über das Urteilen nach dem Fleisch und nach dem Geist

Ihr urteilt nach dem Fleisch. (Jh 8,15)

So sprach der allwissende Herr zu den boshaften Hebräern: Ihr urteilt nach dem Fleisch. Denn sie hatten eine Frau beim Ehebruch ertappt und wollten sie für diese körperliche Sünde steinigen. Doch der Herr sah in die Seele dieser Frau, und Er sah dort, daß sie gerettet und verändert werden konnte, und so führte Er sie zur Reue und ließ sie gehen. Denn ihre Seele war noch nicht völlig ehebre-cherisch, obwohl sie die Tat des Ehebruchs begangen hatte. Die Pharisäer jedoch trugen die Sünde des Ehebruchs ständig in ihrem Herzen, aber sie verbargen sie geschickt und blieben ungestraft. Sie verurteilten nur andere und einzig die körperliche Tat jener, die darin ertappt wurden.
Geistliche Menschen urteilen dem Geist entsprechend, doch die fleischlichen gemäß dem Fleisch. Die auch heute noch in der ganzen Welt verstreuten Hebräer sind nicht fähig, auf geistliche Weise zu denken und zu urteilen, sondern sie denken und urteilen noch immer entsprechend dem Fleisch nach dem Äußerlichen gemäß den Anweisungen des auf Papier oder in der Natur niedergeschriebenen Gesetzes – doch noch immer nicht gemäß dem Geist. Denn, wären sie in der Lage, Menschen und Handlungen durch den Geist zu beurteilen, dann würden sie sofort den Herrn Jesus als Messias und Erlöser anerkennen.
Laßt uns als Christen uns davor bewahren, nur gemäß dem Fleisch zu urteilen. Mögen wir uns davor bewahren, ein vorschnelles Urteil über denjenigen zu fällen, der durch Unachtsamkeit eine unrechte Tat begeht, und jenen zu preisen, der es durch Geschicklichkeit vermeidet, Missetaten in den Augen der Menschen zu begehen, doch dessen Herz schon im Abgrund der Sünde ist. Mögen wir uns vor dem Irrtum bewahren, Menschen nach dem äußeren Eindruck zu beurteilen, und darauf achthaben, daß wir gemäß dem Geist urteilen – geistlich. Seht, wir sind Kinder des Geistes und des Lichts, denn wir sind getauft.
O Herr Jesus, lehre uns und führe uns, damit wir nicht nach dem Fleisch urteilen, sondern dem Geist gemäß. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen. 

<
24.02.2020
>
Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).