26.01.2021

13.01.2021

Gedenken

13. Januar nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hll. Märtyrer Hermylos und Stratonikos († 315); hl. Jakobos, Bischof von Nisibis († 350); hl. Maximos von Kapsokalyvia († 1320 [nach anderen Quellen um 1365]); sowie hl. Märt. Petros von Anium in Eleutheropolis († 1. Jh.); hll. Märtt. Pachomios und Papyrinos von Griechenland; hl. Hilarion von Poitiers († 369): hl. Remigius von Reims († 533); hl. Maximos Kapsokalyvis (Athos) († 1364); hl. Irinarch von Rostov († 1616); hl. Eleazar v. der Insel Anzersk (Solovki) († 1656).

1. Die hll. Märtyrer Hermylos und Stratonikos. Kaiser Licinius begann eine große Christenverfol-gung. Der hl. Hermylos, ein Christ und Diakon der Kirche, wurde ergriffen und vor Gericht gebracht. Als Hermylos mitgeteilt wurde, er werde nun zur Folter fortgeführt werden, geriet er in große Freude. Vergeblich versuchte ihm der Kaiser zu drohen. Hermylos bekannte offen seinen Glauben an Christus und antwortete auf alle Drohungen des Kaisers, indem er sagte: Der Herr ist bei mir. Ich fürchte mich nicht. Was können Menschen gegen mich tun? (Ps 118,6). Nach grausamen Foltern wurde Hermylos in ein Verlies geworfen. Der Wächter war Stratonikos, ein geheimer Christ, der von ganzem Herzen mit Hermylos’ Leiden sympathisierte. Als dem Kaiser berichtet wurde, daß er auch Christ war, befahl dieser, beide in der Donau zu ertränken. Danach banden die Henker Hermylos und Stratonikos in ein Netz, und beide wurden in der Donau ertränkt. Drei Jahre später wurden ih-re Leiber ans Ufer gespült. Christen entdeckten ihre Leiber und begruben sie achtzehn Meilen von Belgrad entfernt. Diese glorreichen Märtyrer litten für Christus im Jahr 315 und wurden verherrlicht.

2. Der hl. Jakobos, Bischof von Nisibis. Als Eremit lebte Jakobos im Sommer in einem offenen Feld, im Winter in einer Höhle. Einmal ging er in die Stadt Nisibis hinunter, um zu sehen, ob der christliche Glaube blühte und wie die Christen lebten. Dort wurde er zum Bischof geweiht. Er nahm am Ersten Ökumenischen Konzil (Nikäa 325) teil und schützte die Orthodoxie gegen die arianische Häresie. Einmal geschah es, daß die ungläubigen Perser mit ihrer Armee Nisibis angriffen. Der hl. Jakobos trat in einer Prozession mit Kreuz und Banner vor den Stadtwall. Allein stieg er hinauf und ging oben auf dem Wall, ohne die Pfeile des Feindes zu fürchten, die auf ihn gerichtet waren. Auf seinem einsamen Weg betete er auf folgende Weise zu Gott, die Stadt und die Gläubigen zu bewahren: „Daß Er [Gott] eine Fliegen- und Moskitoplage den Persern senden möge, die sie dazu veranlassen möge, vor den Mauern der Stadt Nisibis zu fliehen.“ Jakobos wünschte nicht den Tod seiner Feinde, noch begehrte er irgendeine Katastrophe und deren Niederlage, sondern nur eine kleine Plage, die sie dazu veranlassen würde, von Nisibis zu fliehen. Gott erhörte die Gebete Seines Auserwählten und sandte den Persern eine Fliegen- und Moskitoplage, die sie vertrieb. Dadurch blieb die Stadt Nisibis verschont. Der hl. Jakobos lebte lange und in Ehren. Er entschlief in Frieden in hohem Alter im Jahr 350.

3. Der gottgeweihte Maximos Kapsokalyvis. Im vierzehnten Jahrhundert widmete sich Maximos als Mönch der Askese auf dem Berg Athos auf seine eigene einzigartige Weise; das heißt, er gab vor, ein wenig verrückt zu sein und wechselte ständig seinen Aufenthaltsort. Seine Wohnstatt bestand aus einer Hütte aus Zweigen. Er baute eine Hütte nach der anderen und brannte sie dann nieder, daher wurde er „Kapsokalyvis“ genannt: „Hüttenverbrenner“. Er wurde für verrückt gehalten bis zur Ankunft des hl. Gregor Sinaites auf dem Berg Athos, der in Maximos einen einzigartigen Asketen entdeckte, einen wundertätigen Fürbitter und einen „Engel im Fleisch“. Er entschlief im Herrn im Jahr 1320.       

Lobeshymne

Der gottgeweihte Maximos

Gebet im Herzen schlägt wie das Herz.
Gebet im Herzen, vereint mit dem Atem,
Inneres Gebet, das Licht von innen –
Offenbart von Maximos auf dem Athos.
Ein Geist ohne Leib, so wurde Maximos erhoben
Im Gebet, ganz leuchtend im Licht.
Im Gebet – mit Freude erfüllt,
Im Gebet – mit Frieden erfüllt,
Durch Gebet sah er die Himmel geöffnet.
Durch Gebet wurde das Menschenwesen verherrlicht,
Durch Gebet fühlte er Christi Nähe;
Deutlich erschien ihm der heilige Allreine,
Mit Himmel wurde die Seele Maximos’ gesättigt.
Gregor vom Sinai fragte ihn einstmals:
„Sage mir, gerechter Maximos, woher weißt du,
Daß du gute und nicht böse Visionen hast,
Und daß dies nicht alles Trug des Teufels ist?
Lügnerische Versuchungen und Satans Täuschung?“
„Daß dies keine Lügen sind“, antwortete er, „weiß ich dadurch,
Daß diese Visionen den Geist und den Leib befrieden,
Daß sich mein Geist stets danach sehnt,
Daß sie durch das Zeichen des Kreuzes nicht verschwinden.
Durch die süße Freude weiß ich, es ist keine Versuchung,
Durch gesegnete Freude, die mich vollständig wärmt.“

Betrachtung

Ein gutes Werk in der Stille ist mehr wert als ein gutes Werk mit Erklärung und unvergleichlich wertvoller als die klügste Erklärung ohne gute Werke. Vom hl. Nikolaus von Myra ist kein einziges Wort überliefert worden, doch seine Werke sind geblieben.  Ohne irgendwelche Erklärungen ging er dreimal des Nachts zum Haus eines armen Mannes und warf einen Beutel mit Gold insgeheim durch das Fenster.
Ein alter Mann in einer Skite in Ägypten erkrankte und wünschte sich, ein wenig frisches Brot zu essen, denn das Brot, daß dort von den Mönchen gegessen wurde, war trocken geworden in der Sonne und wurde viele Monate aufbewahrt. Als einer der Mönche das hörte, brach er auf, ohne ein Wort zu sagen, und ging zu einer weit entfernten Stadt, in der er frisches Brot für den kranken Altvater kaufte. Der alte Mönch aber wollte das Brot nicht anrühren, als er von der Mühe des Bruders erfuhr, indem er sprach: „Das ist das Blut meines Bruders“ (d. h. mein Bruder hat es mir unter großen Schwierigkeiten gebracht). Dann baten die anderen Mönche den alten Mann, es doch zu essen, wobei sie ihm sagten, daß er nicht das Opfer seines Bruders zurückweisen dürfe. Welche erklärenden Worte, welche Worte über Bruderliebe können diese einfache und stille Tat brüderlicher Liebe ersetzen?

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den Hunger und Durst des Herrn Jesus nach der Gerechtigkeit:
1. Wie Er in die Welt kommt, um die Gesetzlosen zur Gerechtigkeit zurückzubringen;
2. Wie Er die Gerechtigkeit Gottes verkündet und die Ungerechtigkeit entlarvt;
3. Wie Er in kurzer Zeit viele Werke der Gerechtigkeit vollbringt, um uns ein Beispiel zu hinter-lassen.

Homilie

Über das Reich Gottes in uns

Das Reich Gottes ist in euch. (Lk 17,21)

Alles, was zu Gott gehört, trägt das Siegel der Unsterblichkeit. Und das Reich Gottes ist das Reich der Unsterblichkeit. Wenn wir daher die Luft der Unsterblichkeit atmen möchten, müssen wir in uns selbst gehen, tief in unsere Herzen, in das Reich Gottes. Außerhalb von uns ist die Luft der Zeit, die Luft der Vergänglichkeit und der Verwesung, in der die Seele nur schwer zu atmen vermag. Das Reich der Natur ist das sinnliche Reich, daher ein fremdes Reich im Vergleich zu unserer Seele, die unser inneres Reich bildet. Warum wollen die Menschen so lange, lange Zeit in einem fremden Land leben? Warum betreten sie nur selten und zögerlich ihr eigenes Heim? Immer, wenn wir über die Welt nachdenken, denken wir an dieses fremde Land. Immer, wenn wir über die sinnliche Welt sprechen, unterhalten wir uns über ein fremdes Land. Wenn wir durch die Sinne leben, gleichen wir einem Menschen, der seine Tage damit verbringt, durch Häuser von Fremden zu eilen und nur in der Nacht zum Schlaf in sein eigenes Haus zurückkehrt. Und so widmen wir die Stunden unseres Wachens dem Tod, unseren Schlaf aber der Unsterblichkeit! Im Schlaf nur kommen wir zu uns, kehren zu uns zurück. Doch selbst im Schlaf träumen wir von der Realität des Tages, das bedeutet, sogar wenn wir zu Hause sind, im Unbewußten des Schlafs, träumen wir von fremden Häusern. Unsere Träume sind sinnlich, weil unser Bewußtsein von Sinneseindrücken geprägt ist. Und so sind wir in einem fremden Land; wir sind Fremde in der Realität wie im Schlaf. Wir sind ständig außer-halb von uns selbst. Der Herr will uns zu uns selbst zurückbringen, in Sein Zuhause, in Sein Heimat-land. Das Reich Gottes ist in uns; außerhalb von uns ist fremdes Land. Um aus diesem fremden Land zu entkommen und unsere wahre Heimat zu finden, in der wir Gott unmittelbar begegnen, müssen wir in uns eintreten, in unsere Herzen. Dort ist der König, und dort ist das Königreich.
O Herr und König der Engel und Heiligen, zeige uns den Reichtum und das Licht Deines Reiches in uns, auf daß wir Dein Reich mehr lieben als das fremde Land des Sinnlichen, das Reich des Wandelbaren und Vergänglichen. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.  

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26.01.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).