13.04.2021

31.03.2021

Gedenken

31. März nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Hieromärtyrer Hypatios, Bischof von Gangra († 326); hl. Iona, Metropolit von Moskau († 1461); hll. Hieromärtyrer Abdas († 421) und Diakon Benjamin; hl. Apollonios († 395); sowie hl. Innokentij, Metropolit von Moskau, Erleuchter von Alaska und Sibirien († 1879); ger. Joseph, Sohn des Jakob (ca. 1700 v. Chr.); hl. Akadios der Bekenner, Bischof v. Melitene († 251); hl. Hypatios, Abt von Rufinus in Chalcedon († 446); hl. Ipatij d. Heiler vom Kiever Höhlenkloster (14. Jh.); hl. Märt. Menander; hl. Mönch Blasios von Amoria; hl. Mönch Stephan der Wundertäter; hl. Hieroneumärt. Evgenij u. mit ihm fünf Mönche. Erscheinung der Ikone der Allheiligen Gottesmutter von Iveron.

1. Der hl. Hieromärtyrer Hypatios, Bischof von Gangra, wurde in Kilikien geboren. Er war auf dem Ersten Ökumenisichen Konzil [Nikäa 325] und war überall bekannt für sein frommes und heilig-mäßiges Leben und seine Wundertätigkeit. Kaiser Konstantios befahl, eine Abbildung von Hypatios noch zu Lebzeiten anzufertigen und behielt diese Abbildung in einem Palast als Waffe gegen feindliche Mächte. Als Hypatios einmal von Konstantinopel zurückkehrte, wurde er in einer engen Schlucht von Häretikern – Novatianern – angegriffen und zusammen mit anderen zu Boden geschleudert, in den Schlamm. In diesem Augenblick schlug ihm eine Frau aus der Gruppe mit einem Stein auf den Kopf, und so starb dieser Heilige. Sofort wurde die Frau wahnsinnig, nahm denselben Stein und schlug sich selbst damit. Als man sie zum Grab des hl. Hypatios brachte, bat dieser vor Gott für sie. Sie wurde geheilt durch die von großem Mitgefühl erfüllte Seele des hl. Hypatios und verbrachte den Rest ihres Lebens in tiefer Buße und Gebet. Der hl. Hypatios starb und nahm seine Wohnstatt ein im ewigen Reich Gottes im Jahr 326. 

2. Der hl. Iona, Metropolit von Moskau, wurde geboren in der Provinz Kostrom. In seinem zwölften Lebensjahr wurde er zum Mönch geweiht und als solcher lebte er sein Leben lang im Simonov-Kloster in Moskau. Zur Zeit des Metropoliten Fotij (Photios) wurde Iona Bischof von Rjazan. Als Fotij starb, wurde Iona zum Metropoliten geweiht und nach Konstantinopel gesandt, um dort die Bestätigung und Weihe zu erhalten. Zur selben Zeit hinterging Isidor, ein gebürtiger Bulgare, Iona und kam vor ihm in Konstantinopel an. So wurde er zum Metropoliten der Russen geweiht. Iona kehrte in seine Kathedrale nach Rjazan zurück. Isidor, der Boshafte, brachte seine Amtszeit als Metropolit zu einem ruchlosen Ende. Isidor nahm am Konzil von Florenz teil [1439] und kehrte dann drei Jahre später nach Moskau zurück. Er wurde von allen als Apostat von der Orthodoxie ange-griffen und verbannt. Es ist unbekannt, wo er sein Leben beendete. Iona, der gute und weise Hirte, bestieg den Thron des Metropoliten. Er war ein großer Wundertäter, hellsichtig und ein geistlicher Führer. Als die Tataren Moskau einschlossen, schlug Iona sie durch seine Gebete zurück. In seinen letzten Jahren wünschte er sich, von einer Krankheit heimgesucht zu werden, so daß er Schmerz erleide und durch den Schmerz völlig gereinigt würde vor seinem Heimgang in die andere Welt. Gemäß seinem Wunsch gewährte ihm Gott seine Wunde am Fuß, wie einem gewissen Priester namens Jakob in einer Vision vorausgesagt worden war. Der Heilige starb an diesen Wunden und nahm Wohnung unter den Himmelsbewohnern am 31. März 1461. Viele Wunder geschahen über seinen Reliquien. Ein stummer Mann namens Johannes wurde vor die Reliquien des Heiligen ge-bracht. Johannes küßte die Hand des hl. Iona und berichtete später, daß die Hand seine Zunge ergriff und er einen scharfen Schmerz verspürte. Als die Hand seine Zunge losließ, kehrte Johannes zu jenen Menschen zurück, die ihn brachten, und er begann zu sprechen, als sei er niemals stumm gewesen.

3. Der hl. Hieromärtyrer Abdas war Bischof der Stadt Susa. Er wurde um Christi willen im Jahr 418 in Persien durch König Yezdegird enthauptet. Sein Diakon Benjamin wurde von den Folterern freigelassen unter der Auflage, niemals mehr das Evangelium zu verkünden. Am Anfang stimmte Benjamin zu; doch er konnte dies im Herzen nicht ertragen und fuhr fort, die Wahrheit Christi unter den Menschen zu verbreiten. Dafür wurde Benjamin festgenommen und drei Jahre nach dem hl. Abdas im Jahr 421 getötet.

4. Der gottgeweihte Apollonios war ein bekannter ägyptischer Asket. In seinem fünfzehnten Lebensjahr verließ er die Welt und zog sich auf einen Berg zurück, wo er vierzig Jahre von Pflanzen-kost lebte. Danach gründete er ein Kloster, in dem fünfhundert Mönche lebten. Er entschlief in Frieden im Jahr 395. 
 

Lobeshymne

Wahrheit

Erkennt die Wahrheit, gebietet der Herr,
Wer die Wahrheit kennt, gibt sich nicht in die Knechtschaft.
Die Wahrheit gibt den Gläubigen Freiheit
Und durch die Freiheit herrschen sie über die Welt.
Lüge und Knechtschaft sind wie Quelle und Fluß;
Auf ewig hält die Lüge den Lügner in der Knechtschaft.
Lüge ist das Mitternachtsdunkel, das in die Irre leitet,
Den Menschen in den Abgrund führt auf ihrem eigensinnigen Pfad.
Lüge fesselt ihn durch Furcht, Furcht vor jedem,
Vor Menschen und der Welt und den bösen Dämonen.
Wahrheit ist das Licht, das die Dunkelheit vertreibt
Und den verzweifelten Sklaven Freiheit gewährt:
Freiheit von den Menschen, Freiheit von der Welt,
Freiheit von Furcht und den verfluchten Dämonen.
Wer die Wahrheit anerkennt, empfängt die Freiheit
Und mit der Freiheit auch Gewalt über alle Feinde.
Die Wiege der Freiheit bereitet die Wahrheit,
Denn ohne Wahrheit gibt es keine wahre Freiheit.

Betrachtung

Der hl. Johannes Klimakos sagt: „Wer innerlich in Hochmut über seine eigenen Tränen gerät und in seinem eigenen Geist diejenigen verurteilt, die nicht weinen, ist wie ein Mensch, der vom König Waffen gegen den Feind erbittet und sich selbst damit tötet.“ [Stufe 7] Wenn dein Herz entweder durch Reue erweicht wurde, oder indem du die endlose Liebe Gottes zu dir erfuhrst, werde nicht stolz gegenüber jenen, deren Herzen noch immer hart sind. Erinnere dich daran, wie lange dein Herz hart war. Es gab sieben Brüder, die zusammen in einem Krankenhaus lagen. Der eine erholte sich von seiner Krankheit, stand auf und beeilte sich, seinen anderen Brüdern mit brüderlicher Liebe zu helfen, um deren Genesung zu beschleunigen. Sei wie dieser Bruder. Betrachte alle Menschen als deine Brüder, als deine kranken Brüder. Wenn du spürst, daß Gott dir Gesundheit vor ihnen gegeben hat, wisse, daß sie dir durch Seine Barmherzigkeit gegeben wurde, so daß auch du als Gesunder den anderen Kranken dienen mögest. Wer kann darüber stolz sein – als käme die Gesundheit ganz allein aus uns und nicht aus Gott? Als könnte sich ein verschlammter Tümpel von allein reinigen und nicht durch eine Quelle, die viel tiefer und reiner ist!

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den Herrn Jesus im Tode:
1. Wie Sein Leib im Frieden im Grab lag;
2. Wie Er im Geist in den Hades hinabstieg, um die Seelen der Vorfahren zu befreien.

Homilie

Über die Freude nach der Trauer

So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber Ich werde euch wiedersehen;
dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude. (Jh 16,22)

Ein Vater steigt auf die Hinrichtungsstätte, und seine Söhne, die sie umringen, weinen, und statt daß seine Söhne ihn trösten, tröstet er seine Söhne. Etwas Ähnliches geschah mit dem Herrn und Seinen Jüngern. Als der Herr Sich Seinem bitteren Ende näherte, war Er mehr über die Trauer Seiner Jünger bekümmert als über die Leiden, die Er zu erdulden hatte. Er tröstete und ermutigte sie mit der Prophezeiung, daß sie Ihn bald wiedersehen würden: Aber Ich werde euch wiedersehen. Dies ist die Prophezeiung der Auferstehung. Der Herr prophezeite viele Male Seinen Tod, doch immer wenn er ihn prophezeite, sagte Er auch Seine Auferstehung voraus. Niemals widerfuhr Ihm etwas Unvorher-gesehenes. Er prophezeite nicht nur über Sich Selbst, sondern auch über sie [Seine Jünger]. Sie würden in große Bedrängnis kommen, wie eine Frau, wenn sie gebiert und den Schmerz erträgt. Doch wenn die Frau geboren hat, vergißt sie den Schmerz, und sie denkt nicht mehr an ihre Not über der Freude, daß ein Mensch zur Welt gekommen ist (Jh 16,21). In ihrem Bewußtsein hatte Christus der Herr noch nicht völlig die Gestalt des Gottmenschen. Da sie Ihn nur als leidenden und sterblichen Menschen kannten, kannten sie Ihn nur zum Teil – und so lange hielten die Geburtsschmerzen in ihrer Seele an. Doch als sie Ihn wiedersahen, auferstanden und lebendig, allmächtig und wunder-tätig, als Herrscher über alle Dinge im Himmel und auf Erden, hörten die Schmerzen und der Kummer auf, und Freude erfüllte ihre Herzen. Denn Christus nahm nun in ihrem Bewußtsein völlig die Gestalt des Gottmenschen an, und sie erkannten Ihn in Seiner Fülle, in Seiner Ganzheit. Erst dann wurde Er für sie ganz geboren.
So ist es auch mit uns, meine Brüder. Wir kennen den Herrn Jesus solange nur teilweise, wie wir Ihn nur von Seiner Geburt bis zu Seinem Tode auf Golgotha kennen. Wir gelangen erst dann dahin, Ihn vollständig zu kennen, wenn wir Ihn als Sieger über den Tod, als Auferstandenen kennen.
O Allsiegreicher Herr, erbarme Dich unser und gib uns Freude in Deiner Auferstehung, wie Du Deinen Jüngern Trost und Freude schenktest. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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13.04.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).