23.02.2021

10.02.2021

Gedenken

10. Februar nach dem Kirchenkalender


Gedenken: hl. Hieromärtyrer Charalampos († 202) und hll. Märtyrer Porphyrios u. Baptos; hl. Prochor der Spinatesser vom Kiever Höhlenkloster († 1107); sowie hll. Märtt. Charalampos (ein anderer) und drei Gefährtinnen; hll. Märtt. Ennatha, Valentina u. Paula v. Palästina († 308); hl. Scholastika von Italien, Schwester des hl. Benedikt († 543); Synaxis der Bischöfe v. Novgorod: hll. Ioakim († 1030), Luka der Jude († 1058), German († 1095), Arkadij († 1162), Gregorij († 1193) Martirij († 1199), Antonij († 1232), Vasilij († 1352), Symeon († 1421), Gennadij († 1504), Pimen († 1571) u. Antonij († 1646); hl. Anna, Gattin v. Jaroslav I. († 1050); hl. Johannes Čimčimeli von Bačkovo und Gremi (13. Jh.); hl. Longin, Mönch v. Korjažemsk (Vologda) († 1540); hl. Anastasios II., Erzbischof von Jerusalem († 706); hl. Märt. Anatolij, Metropolit von Odessa, Rußland († 1938).

1. Der hl. Hieromärtyrer Charalampos. Dieser große Heilige war Bischof in Magnesia und erlitt das Martyrium für Christus in seinem einhundertdreizehnten Lebensjahr. Als eine schreckliche Verfolgung unter der Herrschaft des  Kaisers Septimus Severus begann, verbarg sich der Altvater Charalampos nicht vor den Verfolgern, sondern verkündete frei und offen den Glauben an Christus. Er erduldete alle Torturen, als wäre er im Körper eines anderen. Als sie ihn lebendig häuteten, sagte der Altvater, der alles vergab, zu den Soldaten: „Ich danke euch, meine Brüder, denn wenn ihr meinen alten Leib abschabt, erneuert ihr meinen Geist für das neue, ewige Leben.“ Er wirkte viele Wunder und bekehrte viele zum Glauben. Sogar Galina, die Tochter des Kaisers, ließ vom Götzenkult ihres Vaters ab und wurde Christin. Zum Tode verurteilt und zur Hinrichtungsstätte geführt, erhob der hl. Charalampos die Hände zum Himmel und betete zu Gott für alle Menschen, Er möge Ihnen körperliche Gesundheit und geistige Rettung gewähren und die Früchte der Erde vermehren. „O Herr, Du weißt, daß die Menschen Fleisch und Blut sind; vergib ihnen ihre Sünden und gieße Deine Gnade aus über sie alle!“ Nach dem Gebet übergab dieser heilige Greis Gott seine Seele, bevor der Henker das Schwert auf seinen Nacken fallen ließ. Er erlitt das Martyrium im Jahr 202. Galina, die Tochter des Kaisers, holte seinen Leib und begrub ihn ehrenvoll.

2. Der gottgeweihte Prochor, der Spinatesser. Prochor war ein Wundertäter aus dem Kiever Höhlenkloster. Er wird Spinatesser genannt, weil er die ganze Zeit über, die er im Kloster verbrachte, kein Brot aß, sondern sich nur von Melde (Wildspinat) ernährte, den er auf seine eigene Weise zubereitete und daraus eine Art Brot herstellte. Wenn er jemandem sein Spinatbrot mit einem Segen gab, schmeckte das Brot süß, als habe er es mit Honig zubereitet. Wenn jemand sein Brot stahl, war es bitter wie Wermut. Einmal herrschte in Rußland Salzmangel. Prochor verteilte Asche an die Menschen, als handelte es sich dabei um Salz. Doch diese Asche, mit einem Segen von ihm verteilt, war dann tatsächlich wie Salz. Jene Asche aber, die jemand von sich aus nahm, blieb gewöhnliche Asche. Fürst Svjatopolk befahl, alle Asche aus Prochors Zelle ohne Erlaubnis und den Segen des Mönches in seinen Palast zu bringen. Als man die Asche mitgenommen hatte, waren jene, die davon kosteten, überzeugt, dies sei Asche und kein Salz. Da sagte Prochor den Menschen, die zu ihm kamen, um Salz zu erhalten, sie sollten in den Palast des Fürsten gehen, und wenn der Fürst die Asche aus seiner Residenz herausgäbe, sie nach Hause mitnehmen und wie Salz verwenden. Die Menschen taten dies, und wieder wurde die Asche wie Salz. Der Fürst selbst schenkte ihm nun Glauben und wurde von hoher Achtung gegenüber dem hl. Prochor erfüllt, so daß er, als dieser im Jahr 1107 entschlief, ihn eigenhändig in den Sarg legte und neben den großen russischen Heiligen Antonij und Feodosij begrub.  

Lobeshymne

Der heilige Charalampos

Das grüne Schwert schwingt drohend über Charalampos,
Einzig, um sich herabzusenken!
Der Heilige kniet und erhebt sein Flehen zu Gott:
„O Herr, nun vergib!
Vergib allen sündigen Menschen ihre Sünden,
Erbarme dich ihrer von neuem,
Segne ihre Mühen und gewähre auf den Feldern reiche Frucht!
Mögen sie alles haben; Fleisch und Blut sind sie.
Mögen sie Dich besingen;
O gewähre ihnen Gesundheit; Gesundheit und Freude,
Mögen sie Deiner gedenken!
Alles Böse vertreibe von ihnen, aus der Not rette sie,
Erbarme Dich ihrer aller,
Und nach dem Tod trage ihre Seelen zum Paradies,
Herr, erbarme Dich!
Wer zu Deinem heiligen Charalampos betet
Und meinen Namen erwähnt,
Hilf ihm, o Gott, wegen meiner Leiden,
Hilf ihm, um meinetwillen!“
Da kam vom Himmel her eine Stimme: „Ich erhöre dein Gebet,
Nun übergib Mir deine Seele!“
Der Heilige gibt seine Seele frei, und zum Paradies fliegt sie,
Bevor das Schwert fällt! 

Betrachtung

Viele der schweren Erkrankungen, die den Menschen befallen, haben ihren Ursprung in der bekannten oder nicht bekannten Vergangenheit. Die Ursache solcher schwerer Erkrankungen, zum Beispiel Wahnsinn, ist keine andere als die Übertretung des sittlichen Gesetzes Gottes. Als der hl. Charalampos das Martyrium erlitt, erfuhr der kaiserliche Folterknecht von dessen wundertätiger Kraft und befahl, daß ein Verrückter vor ihn gebracht werde, um herauszufinden, ob Charalampos ihn heilen könne. Der Teufel hatte diesen Mann 35 Jahre lang gequält, ihn in die Wüsten und Berge getrieben und ihn in Schluchten und Klüfte geworfen. Als sich der Verrückte Charalampos näherte, roch der Dämon den Duft des heiligen Mannes und schrie: „Ich flehe dich an, Diener Gottes, quäle mich nicht vor der Zeit, sondern befiehl mir, und ich werde ausfahren; und wenn du willst, werde ich dir sagen, wie ich in den Mann fuhr.“ Und der Heilige befahl ihm, zu sprechen. Der Dämon sagte: „Dieser Mann wollte seinen Nachbarn berauben und dachte bei sich: ‚Wenn ich den Mann nicht zuvor töte, werde ich ihm nicht seinen ganzen Besitz rauben können.’ So ging er und tötete seinen Nachbarn. Ich packte ihn bei der Tat, fuhr in ihn und wohne nun seit 35 Jahren in ihm.’ Als der Heilige Gottes dies hörte, befahl er dem Dämon, sofort aus dem Mann auszufahren und ihn in Frieden zu lassen, und der Mann wurde geheilt und beruhigte sich.

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den Herrn Jesus als Schönheit der ganzen geschaffenen Welt:
1. Als die Schönheit aller geschaffenen Dinge, die durch die Angst und Traurigkeit der Sünde getrübt ist;
2. Als die Schönheit des Menschen, des vernünftigsten Wesens in dieser materiellen Welt, die durch die Angst und Traurigkeit der Sünde getrübt ist;
3. Als die Schönheit der reinen geistigen Welt, der körperlosen Welt der Engel;
4. Als die Schönheit der Heiligen Dreiheit, die Sich in Ihm und durch Ihn offenbart.

Homilie

Über die Sünde derer, die versichern, sie könnten sehen

Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. (Jh 9,41)

Diese Worte wurden zu den Hebräern durch Ihn gesprochen, Der ihnen das Gesetz durch die Propheten gegeben hatte, damit es ihnen als Sehvermögen der Seele diente. Die Hebräer empfingen dieses Sehvermögen; doch absichtlich und boshaft verschlossen sie ihre Augen. Daher sprach der gerechte Herr zu ihnen diese gerechten Worte.
Es sind Worte der reinen Gerechtigkeit, gestern wie heute wie auch auf ewig; denn ein Blinder sündigt nicht, wenn er auf die Ernte eines anderen tritt oder die Kleider eines anderen anstelle der seinen nimmt. Doch wenn jene, die sehen können, solche Dinge tun, sündigen sie und ziehen sich Strafe zu. Wenn diejenigen, die sehen können, absichtlich ihre Augen verschließen und dies dann tun, sündigen sie und ziehen sich Strafe zu.
Was kann man daher über jene sagen, die die Taufe und Myronsalbung erhalten haben, diese beiden Augen der Seele, und immer noch wie die Ungetauften sündigen? Beim Furchtbaren Gericht wird es für sie nicht so sein wie für die Blindgeborenen, sondern sie werden als Übertreter gerichtet, die absichtlich ihre Augen verschlossen und sich selbst geblendet haben.
Und was kann erst über jene gesagt werden, die die anderen gesegneten Mysterien in der Fülle der Orthodoxie empfangen und vor sich das Beispiel der Heiligen haben; die die Unterweisungen und Lehren der Kirche Gottes ständig in ihren Ohren haben und trotz allem abfallen und irren? Beim Letzten Gericht werden sie sich nicht mit irgendeiner Blindheit rechtfertigen können, sondern sie werden als Übertreter verurteilt werden, die sich und jene in ihrer Umgebung durch Blindheit entstellt haben.
O Furchterregender Herr, rette uns von der Sünde. O Barmherziger Herr, öffne unsere Augen für den Weg der Rettung. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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23.02.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).