20.02.2021

07.02.2021

Gedenken

7. Februar nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Parthenios, Bischof von Lampsakos († 4. Jh.); hl. Lukas von Hellas († 946); hl. Mastridia († 580); 1003 Märtyrer von Nikomedia unter Diokletian († 303); sowie hl. Avgul, Bischof v. Britannien († 305); sechs hll. Märtt. von Phrygien († ca. 305); hl. Apronios, Bischof v. Zypern; hl. Neumärt. Georgios v. Kreta († 1861); hll. Hieroneumärtt. Vjačeslav († 1924) u. Varlaam, Erzbischof von Perm († 1937).

1. Der hl. Parthenios, Bischof v. Lampsakos, war der Sohn eines Diakons aus der Stadt Melitopolis. Als Kind schon merkte er sich gut die Worte des Evangeliums und versuchte sie zu erfüllen. Er ließ sich an einem See nieder, wo er fischte. Dann verkaufte er die Fische und verteilte das Geld an die Armen. Durch Gottes Vorsehung wurde er zum Bischof von Lampsakos gewählt. Er reinigte die Stadt vom Heidentum, schloß die Götzentempel, baute viele Kirchen und stärkte die Gläubigen im Glauben. Durch Gebet heilte er jede Art Krankheit und besaß besondere Macht über böse Geister. Einmal wollte er einen bösen Geist aus einem Wahnsinnigen austreiben; doch der böse Geist flehte ihn an, das nicht zu tun. Parthenios sagte zu ihm: „Ich werde dir einen anderen Mann geben, in den du fahren kannst. In ihm kannst du wohnen.“ Der böse Geist fragte ihn: „Wer ist dieser Mann?“ „Ich bin dieser Mann“, antwortete der Heilige, „tritt ein und wohne in mir!“ Als der böse Geist dies hörte, floh er, als wäre er vom Feuer verbrannt und schrie: „Wie kann ich denn das Haus Gottes betreten!“ Der hl. Parthenios lebte lange, und durch sein Werk offenbarte er seine reiche Liebe zu Gott und zum Menschen. Parthenios ging ein in die ewige Ruhe Christi im vierten Jahrhundert.

2. Der gottgeweihte Lukas von Hellas wurde in Kastoria geboren. Schon als Kind wollte er niemals Fleisch essen und führte sein Leben stets in Reinheit und Gebet. Einmal machte sich Lukas daran, Weizenkörner in ein Feld zu säen; doch auf dem Weg dorthin hatte er bereits den größeren Teil seiner Saat an die Armen verteilt. So säte er nur den kleineren Teil aus; doch aus dieser geringeren Menge Saat gab ihm Gott eine reichere Ernte, als er zuvor aus der vollständigen Saat erhalten hatte. Danach verließ Lukas seine verwitwete Mutter und trat in ein Kloster ein. Die trauernde Mutter betete innig zu Gott, Er möchte ihr das Geheimnis offenbaren, wo ihr Sohn zu finden sei. Gott hörte die Gebete der Mutter. Der Abt jenes Klosters, in das Lukas geflohen war, träumte in drei aufeinanderfolgenden Nächten, daß ihn eine gewisse Frau heftig dafür tadelte, daß er ihr den einzigen Sohn fortgenommen habe. Daraufhin befahl der Abt Lukas, sofort zu seiner Mutter zurück-zukehren. Lukas ging, besuchte seine Mutter und verließ sie von neuem – ohne zurückzukehren. Als Ort seiner Buße wählte er den Berg „Ioannitsa“ nahe Korinth. Nachts betete er zu Gott, und tagsüber arbeitete er im Garten und auf dem Feld, nicht um seiner selbst willen, sondern für die Armen und die Besucher. Lukas ernährte sich selbst jedoch nur von Gerstenbrot. Gott gewährte ihm die Gabe der Wundertätigkeit. Lukas entschlief im Frieden im Jahr 946. Hin und wieder floß Myron aus seinen Reliquien.

3. Die gottgeweihte Mastridia lebte in Jerusalem, wo sie sich strenger Askese widmete. Ein junger Mann verliebte sich in sie und begann sie zu bedrängen. Um sich und den jungen Mann vor der Sünde zu bewahren, nahm Mastridia ein kleines Körbchen mit angefeuchteten Früchten und entfloh in die Wüste. Sie verbrachte siebzehn Jahre in der Wüste, und durch die Kraft Gottes mangelte es ihr während der ganzen Zeit weder an Beeren, noch nutzten sich ihre Kleider ab. Mastridia entschlief in Frieden im Jahr 580.

4. Die eintausenddrei Märtyrer von Nikomedia litten um Christi willen während der Herrschaft des Kaisers Diokletian.

Lobeshymne

Die heiligen Märtyrer von Nikomedia

Wie ein Stern leuchtet die Stadt Nikomedia,
Wie Venus, der Stern, der östliche Thron.
Doch eines Tages wurden nach Duklians Willen
Vier Höflinge enthauptet:
Eusebios, Vasa, Eutychios, auch der tapfere
Und wundervolle Basilides unvergänglichen Ruhmes
Wurden um Christi Namen willen enthauptet;
Nikomedia aber wurde dadurch verdunkelt.
Diese vier Häupter waren noch nicht das Ende der Schrecken,
Sondern nur die ersten Blüten gemähten Grases:
Eintausend Sklaven; Diener, Gehorsame,
Die vier Märtyrer, die treu gedient hatten;
Eintausend wie einer und noch drei mehr
Schufen Tumult, als hätten sie Wein getrunken.
Nein, nicht Wein, sondern die Wahrheit berauschte sie
Und das Blut und der Sieg des Sohnes Gottes.
„O gottloser Herrscher, auch wir sind Christen,
Wir sind Christen, und mach mit uns, was du willst!
Und dorthin zu gehen wünschen wir,
Wohin unser seliger Herr ging.“
O wundervoller Wagemut! O wunderbare Treue!
Doch die Grausamkeit des Herrschers dämpfte dies nicht.
Und eintausend Seelen verließen die Erde.
Weit öffneten sich ihnen die Pforten des Paradieses.  

Betrachtung

Der hl. Isidoros von Pelusion interpretiert einige Worte aus dem Evangelium: Von zwei Frauen, die mit derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und die andere zurückgelassen (Mt 24,41). Das bedeutet, daß sich viele dem geistlichen Leben widmen, doch mit verschiedenen Haltungen: der eine aufrichtig und beharrlich, der andere nachlässig und eitel. Der erste wird ins Reich Gottes aufge-nommen, der andere zurückgelassen. Was bedeutet das Gebet des Herrn über den Kelch? Warum betete der Herr dreimal, daß der Kelch des Leidens an Ihm vorübergehen möge? (Mein Vater, wenn dieser Kelch an Mir nicht vorübergehen kann, ohne daß Ich ihn trinke, so geschehe Dein Wille. Mt 26,42) Das bedeutet, man solle keine Gefahr suchen; wenn sie aber kommt, müsse der Christ sie annehmen und mutig ertragen.
Über die fünf törichten Jungfrauen (Mt 25) sagt der hl. Isidor folgendes: „Sie bewahrten alle ihre Jungfräulichkeit; doch sie hatten die anderen Tugenden nicht, insbesondere Nächstenliebe. Jung-fräulichkeit allein ist nicht ausreichend, um in das Reich Gottes zu gelangen. Jungfräulichkeit bringt keinen Nutzen, wenn die Jungfrau hochmütig und selbstsüchtig ist.“

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den Herrn Jesus als Sämann:
1. Als Sämann, Dessen Samen langsam aber sicher wächst;
2. Als Sämann einer neuen Lehre, neuer Kraft und einer neuen Ordnung;
3. Als Sämann neuer Nahrung des Geistes, durch die die Menschheit bis zum Ende der Zeit gespeist wird.

Homilie


Über die Engstirnigen, denen das Verbrechen nähersteht als die Liebe zu Gott

Ihr wollt Mich töten, weil Mein Wort in euch keine Aufnahme findet. (Jh 8,37)

Warum fand das Wort Christi bei den hebräischen Ältesten keine Aufnahme? Weil sie so sehr von Bosheit erfüllt waren, daß es in ihnen keinen Raum für den göttlichen Samen, die göttliche Botschaft gab. Alles, was in ihren Seelen wuchs, stammte aus der Saat des Teufels, des Antichristen. Und daher versuchten sie, Christus zu töten. Gott spricht deswegen durch den seligen Psalmisten: Seid still und erkennt, daß Ich Gott bin (Ps 45,11). Man muß sich zuerst von all dem entleeren, was Gott entgegensteht [still werden]; das heißt, von allem, was die Einwohnung des Lichts der Erkenntnis Gottes in uns behindert. Wenn sich der Mensch auf diese Weise geleert hat, dann und nur dann kann er verstehen, daß Gott Gott ist. Wenn die Seele des Menschen von antigöttlichen Gedanken, antigöttlichen Gefühlen und antigöttlichen Begierden gefüllt ist, kann sie die Worte Gottes nicht hören oder empfangen. Wer Gott nicht in sich hat, der handelt gemäß einem höllischen Verlangen, Gott aus der Seele dessen, der Ihn besitzt, zu tilgen. Ihr wollt Mich töten – warum? Weil nicht ein einziges göttliches Wort Christi in ihren gottlosen Herzen Schutz oder Aufnahme fand. Da die hebräischen Führer nichts mit Christus gemein hatten, waren sie von Anfang an nicht in der Lage, mit Ihm in freundliche Beziehungen zu treten.
O Herr Jesus, unser gütiger Erlöser, hilf uns, uns von jedem sündigen Samen in uns zu befreien, damit Deine heiligen Worte in uns wohnen können. Mögen sie uns erleuchten und stärken und uns zur Auferstehung bringen. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen. 

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20.02.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).