14.08.2020

01.08.2020

Gedenken

01. August nach dem Kirchenkalender

Gedenken: die sieben hll. Makkabäer, ihre Mutter Solomonia und deren Lehrer Eleazar († ca. 167 v. Chr.); Umzug mit dem Ehrwürdigen und Lebenspendenden Kreuz des Herrn; die neun hll. Märtt. von Perge in Pamphylien: Leontios, Attios, Alexander, Kyndeos, Mnesitheos, Kyrikos, Menäos, Katunos, Eukleos († ca. 300); sowie hl. Nikolaj, Erleuchter v. Japan († 1912); hl. Neumärt. Erzbischof Vasilij von Černigov, Rußland († 1918); hl. Märt. Elesa v. Kythera (4. Jh.); hl. Timotheos d. Wundertäter, Erzbischof v. Prikonissos auf d. Peloponnes.

1. Die sieben Makkabäer, ihre Mutter Solomonia und der Priester Eleazar litten für die Reinheit des Glaubens Israels unter König Antiochus, der von manchen „Epiphanos“ – der „Erleuchtete“ – genannt wurde, von anderen „Epimanis“ – der „Wahnsinnige“. Wegen der großen Sünden in Jeru-salem und besonders der Machtkämpfe um die priesterliche Autorität und der im Zusammenhang damit begangenen Verbrechen ließ Gott eine große Katastrophe über die Heilige Stadt kommen. Danach wollte Antiochus mit allen Mitteln den Hebräern den griechischen Götzenkult anstelle ihres Glaubens an den Einen Lebendigen Gott aufzwingen, und er tat alles, um dieses Ziel zu erreichen. Antiochus wurde in seinem Vorhaben von einigen verräterischen Hohenpriestern und Ältesten aus Jerusalem unterstützt. Einmal kam König Antiochus selbst nach Jerusalem und befahl allen Hebräern, Schweinefleisch zu essen entgegen dem Gesetz des Moses, denn das Essen von Schweine-fleisch war ein offensichtliches Zeichen dafür, daß man vom Glauben Israels abgefallen war. Der Altvater Eleazar, ein Priester und einer der siebzig Übersetzer des Alten Testaments ins Griechische [die Septuaginta], wollte kein Schweinefleisch essen. Deswegen wurde Eleazar gefoltert und ver-brannt. Bei seiner Rückreise nach Antiochia nahm der König die sieben Brüder, genannt die Makkabäer, und ihre Mutter Solomonia mit. Die sieben makkabäischen Brüder hießen: Avim, Antonios, Eleazar, Gurios, Eusebon, Achim und Markellos. Vor den Augen der Mutter marterte der boshafte König die Söhne, einen nach dem anderen, riß ihnen die Gesichtshaut ab und warf sie danach ins Feuer. Sie erduldeten tapfer die Martern und den Tod, und sie blieben ihrem Glauben treu. Schließlich, als die Mutter ihren letzten Sohn, den Dreijährigen, im Feuer sah, sprang sie in die Flammen und wurde vom Feuer verzehrt, wobei sie Gott ihre Seele übergab. Sie alle litten ehrenvoll für den Glauben an den Einen Lebendigen Gott ungefähr einhundertachtzig Jahre vor Christus.

2. Umzug mit dem Ehrwürdigen Kreuz. Dieses Fest wurde im gegenseitigen Einvernehmen der Griechen und Russen unter dem griechischen Kaiser Manuel und dem russischen Fürsten Andreas im Gedenken an den gleichzeitigen Sieg der Russen über die Bulgaren und der Griechen über die Sarazenen eingerichtet. In diesen beiden Kriegen wurden von den Armeen Kreuze getragen, die in himmlischen Lichtstrahlen leuchteten. Es wurde daher festgesetzt, daß das Kreuz am 1. August zuerst in die Mitte der Kirche der Göttlichen Weisheit [Hagia Sophia] und dann durch die Straßen getragen werden sollte, um der wundersamen Hilfe durch das Kreuz in früheren Schlachten zu gedenken. Es handelte sich dabei nicht um ein gewöhnliches Kreuz, sondern um das wahre Ehrwürdige Kreuz, das in der Kirche am Kaiserhof aufbewahrt wurde. Am 31. Juli wurde das Ehr-würdige Kreuz vom Kaiserpalast in die Kirche der Göttlichen Weisheit und von dort durch die Straßen zur Segnung der Erde und der Luft getragen. Schließlich kehrte es am 14. August wieder in die Kirche am Kaiserhof zurück.

3. Die neun heiligen Märtyrer. Die Namen dieser Märtyrer waren Leontios, Attios, Alexander, Kyndeos, Mnesitheos, Kyrikos, Menäos, Katunos und Eukleos. Leontios war ein Zimmermann, und die anderen waren Bauern. Da sie den Glauben an Christus mutig bekannten und den Tempel der Artemis zerstört hatten, wurden sie grausam gemartert und in Perge in Pamphylien enthauptet unter der Herrschaft des boshaften Kaisers Diokletian. So wurden sie Erben des Reiches Christi.


Lobeshymne

Das Ehrwürdige Kreuz Christi

Vor dem Ehrwürdigen Kreuz Christi
Fallen alle in Verehrung nieder,
Durch die Kraft des Kreuzes Christi
Werden wir alle aus Versuchungen errettet.
Das Heilige Kreuz ist mächtiger als die Dämonen
Und als jeder irdische König.
Von Krankheit befreit das Kreuz,
Auch vor den Angriffen der Barbaren.
Fürst Andreas rettete durch die Kraft des Kreuzes
Versklavte Länder;
König Manuel besiegte durch die Kraft des Kreuzes
Glorreich die Sarazenen.
Die heidnischen Armeen,
Die tyrannischen Eroberer,
Alles Böse zeigt und bekundet klar,
Daß die Kraft des Kreuzes mächtiger ist.

Betrachtung

Ein schwacher Mensch verteidigt sich gewöhnlich durch Heuchelei und ein starker durch Gewalt; doch kein Mensch kann sein Leben vor Gott schützen – weder durch Heuchelei noch durch Gewalt. Dies zeigt sich klar am Beispiel des heiligen Greises Eleazar und König Antiochus. Als der tyrannische König Eleazar zum Gericht führen ließ und ihn drängte, Schweinefleisch zu essen, wenn er sein Leben bewahren wollte, lehnte Eleazar dies fest ab. Dann gaben ihm einige seiner Freunde ein Stück anderes Fleisch, nicht vom Schwein, und baten ihn, dies vor dem König zu essen und so sein Leben zu retten und sein Gewissen zu wahren. Der Greis lehnte diesen Vorschlag ab und sagte zu seinen Freunden: „Es wäre nicht recht für mich, einen alten Mann, durch Heuchelei die jungen Leute irrezuleiten“ [vgl. 2 Makk 6,18ff.]. Und der Altvater starb leiblich, rettete jedoch seine Seele. Gottes Strafe kam über den tyrannischen König sogar schon in diesem Leben. Eine schreckliche innere Krankheit suchte ihn heim; sein Leib war von Würmern durchsetzt und verbreitete entsetzlichen Gestank. In seiner Verzweiflung erinnerte er sich daran, daß er das unschuldige Blut Tausender Menschen vergossen hatte, die auf seinen Befehl hin erbarmungslos ermordet wurden. Furcht vor Gott befiel ihn, und er begann, den Einen Gott zu bekennen, Den er zuvor verfolgt hatte, indem er Seine Gläubigen verfolgte. Aber es gab kein Zeichen himmlischen Erbarmens mit ihm.

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über Gottes Strafe über Israel (Richter 10):
1. Wie die Israeliten vor dem Angesicht des Herrn Böses taten und die Götter von Syrien und Sidon und Moab und andere anbeteten;
2. Wie Gott sie in die Sklaverei der Philister gab, die sie achtzehn Jahre lang bestraften und unterdrückten;
3. Wie der Herr schrecklich ist für jene, die von Ihm abfallen.

Homilie

Über prophetische Visionen

Vision des Jesaja, des Sohnes des Amoz
(Jes 1,1)

Wer Einsicht besitzt, kommt zur Erkenntnis des Einen, Wahren Gottes. Wer keine Einsicht besitzt, der möge auf jenen hören, der sie besitzt, und beide werden gerettet. Gott kann deutlich durch die geschaffene Natur erkannt werden und noch klarer durch vom Geist inspirierte Menschen Gottes und am deutlichsten im Herrn Christus. Die inspirierten Menschen Gottes vor der Ankunft des Herrn Christus waren die Propheten. Unter den ersten war Jesaja, der Sohn des Amoz. Der Geist Gottes öffnete seine Augen, und er sah, was andere Menschen nicht sahen. Daher nannte er seine Botschaft für das Volk eine „Vision“ (Schau). Wie die Propheten die Mysterien des Himmels und der zukünftigen Ereignisse sahen, ist nicht aufgezeichnet; dies kann nur von jenen erfahren werden, denen es von Gott gegeben ist.
Die Visionen der heiligen Propheten sind wahr, denn die Worte und himmlischen Erschei-nungen in diesen Visionen wurden in der Tat später bestätigt. Sie sind wahr und daher sind sie den Menschen nützlich. Sie bekehren sie vom Bösen zum Guten. Sie sind außerdem wahr, weil die Propheten sie furchtlos offenbarten ohne Rücksicht auf die Leiden, die sie als Folge davon erfuhren, und ohne Rücksicht auf den schrecklichen Tod, den viele von ihnen erlitten.
Was empfing Jesaja von der Erde und von den Menschen für seine Visionen? Reichtum? Ehre? Einen hohen Rang? Er wurde von den Israeliten zersägt! Dies ist Reichtum, Ehre und ein hoher Rang – für die Wahrheit Gottes zu leiden.
Laßt uns daher auf Gottes Propheten hören, denn sie sind Pfade, die uns in die Stadt des großen Königs führen; sie sind Strahlen der großen Sonne der Gerechtigkeit – Christus, Der die Menschen mit dem Licht des Himmels erleuchtet und ihnen die Sonne offenbart.
O Herr Christus, Der Du Dich durch Deine Propheten offenbart hast und Dir den Weg bereitet hast für Deinen Abstieg in unser Tal, hilf uns! Hilf uns, Dein Licht zu erkennen und Deine Vorse-hung durch Deine heiligen Propheten. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).