25.04.2024

12.04.2024

Gedenken

12. April nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Isaak II. von Syrien; hl. Basileios der Bekenner († 1. Hft. 8. Jh.); hl. Akakios († 1730); hl. Athanasia († 860); sowie hl. Hieromärt. Zeno, Bischof v. Verona († 260); hll. Märtt. Menas, David und Johannes v. Palästina († 630); hl. Anthusa, Tochter v. Kaiser Konstantin Kopronymos († um 811); hl. Sergios, Patriarch v. Konstan-tinopel († 1019); hl. Vasilij, Bischof v. Rjazan’ († 1295); hll. Märtt. Demas, Protion u. a. mit ihnen. Niederlegung des Gürtels d. Allheiligen Gottesmutter in Konstantinopel (942).

1. Der gottgeweihte Isaak der Syrer II.. Isaak der Syrer I. wird am 28. Januar kommemoriert. Über diesen Isaak den Syrer II. schreibt der hl. Gregor Dialogus [Papst Gregor der Große]. Er kam nach Italien in der Zeit der Goten und trat in der Stadt Spoleto in eine Kirche, um dort zu beten. Er bat den Küster, ihm zu gestatten, über Nacht in der Kirche eingeschlossen zu bleiben. Und so verbrachte er die ganze Nacht im Gebet, wobei er auf demselben Platz blieb. Dasselbe geschah in der folgenden Nacht und sogar in der dritten. Der Küster bezeichnete ihn als einen Heuchler und schlug ihn mit der Faust. Sogleich wurde der Küster wahnsinnig. Als Isaak sah, daß der Küster bitter gepeinigt wurde, beugte sich Isaak über ihn, der böse Geist verließ ihn, und der Küster wurde wieder gesund. Als dieser Vorfall bekannt wurde, scharten sich alle Bewohner der Stadt um diesen erstaunlichen Fremdling. Sie boten ihm Geld und Besitz; doch er wies dies alles zurück, nahm nichts an und zog sich in den Wald zurück, wo er eine Hütte für sich errichtete, die in der Folge bald zu einem großen Kloster anwuchs. Isaak war bekannt für seine Wundertätigkeit und besonders für seine „Gabe der Unterscheidung“. Einmal gebot er den Brüdern, alle Hacken in den Weinberg zu tragen und sie dort zu lassen. Am folgenden Tag ging Isaak mit den Brüdern zusammen in den Weinberg, um Mittagessen zu bringen. Die Brüder waren verstört. Für wen sollte das Mittagessen sein, wenn es doch keine Arbeiter gab? Als sie dort eintrafen, sahen sie, daß so viele Männer arbeiteten, wie es Hacken gab. Dies war geschehen: Diese Männer kamen, um die Hacken zu stehlen; doch durch Gottes Kraft wurden sie dazu gezwungen, die ganze Nacht zu graben. Ein andermal kamen zwei Männer ohne ausreichende Kleidung zu Isaak und baten ihn um Kleidung. Isaak sandte einen Mann zu einem hohlen Baum am Weg, um zu holen, was dieser dort fände. Der Mönch ging fort, fand Kleidung und brachte sie zum Kloster. Der Abt nahm diese Kleider und gab sie den Bettlern. Die Bettler waren äußerst beschämt, als sie ihre eigenen Kleider erkannten, die sie in dem Baum versteckt hatten. Einmal schickte ein Mann zwei Bienenkörbe zum Kloster. Der Mönch, der die Körbe abholte, versteckte den einen am Weg und brachte den anderen in das Kloster und übergab ihn dem Abt. Der Heilige sagte zu ihm: „Sei vorsichtig bei deiner Rückkehr. Denn in den Bienen-korb, den du versteckt hast am Weg, ist eine giftige Schlange hineingeschlüpft. Sieh dich vor, daß du nicht gebissen wirst.“

2. Der hl. Basileios der Bekenner. Während der ikonoklastischen Kontroverse war dieser fromme Mann Bischof in der Stadt Parios in Kleinasien. Er lehnte es ab, ein kaiserliches Dokument gegen die Verehrung der Ikonen zu unterschreiben. Dafür wurde Basileios heftig verfolgt und grausam gefoltert. Er blieb in seiner Orthodoxie fest wie ein Diamant. Er starb zu Beginn des achten Jahrhunderts und wurde zum Herrn hinübergeführt.

3. Der gottgeweihte Akakios stammte aus der Ortschaft Gollitsa in Epiros. Er war ein großer athonitischer Asket, ein erleuchteter Altvater und besaß die „Gabe der Unterscheidung“. Akakios erhielt viele himmlische Visionen. Er gab mehreren Mönchen den Segen, die die Askese des Martyri-ums wählten. Akakios starb in seinem achtundneunzigsten Lebensjahr im Jahr 1730.

4. Die gottgeweihte Athanasia wurde auf der Insel Ägina geboren. Sie hatte reiche und großzügige Eltern. Sie verteilte ihren Reichtum an die Armen und zog sich in ein Kloster zurück. Dort nahm sie eine größere und schwierigere Askese auf sich. Sie aß nur einmal am Tag und dann nur Brot und Wasser. Während der großen Fastenzeit aß sie nur jeden zweiten Tag. Fisch und Öl nahm sie nur am Fest der Geburt des Herrn Jesus Christus und der Auferstehung zu sich. Obwohl sie die Äbtissin des Klosters war, war Athanasia die Dienerin der anderen Schwestern und scheute sich davor, daß jemand ihr diente. Athanasia wurde der großen Gabe der Wundertätigkeit, sowohl zu Lebzeiten als auch nach dem Tod, gewürdigt. Sie entschlief im Herrn im Jahr 860.

Lobeshymne

Die heilige Athanasia

Athanasia, wunderschöne Seele:
Auf Erden leuchtete sie wie ein heller Stern,
Durch den Geist überwindend die leibliche Schwäche.
In jungen Jahren schon liebte sie Gott.
Durch Fasten und Nachtwachen dörrte sie ihren Leib aus,
Einzig, um für ihre Seele Rettung zu finden.
Den reichen Besitz verteilte sie an die Armen.
Alles Eigene übergab sie dem Willen Gottes.
Eine heilige Vision sah sie in der Kirche:
Ein himmlisches Licht durchdrang die Dunkelheit
Und eine Stimme kam zu ihr, die sprach:
„Athanasia, Sanftmut und Demut, das ist gottgefällig,
Darin übe dich vor allem,
Solange dein Herz schlägt und dein Geist atmet.“
Athanasia erfüllte diesen Rat –
Und zerbrach allen Dünkel in sich.
Ihren Willen übergab sie vollständig Gott,
Gehorsam Ihm gegenüber wie die lodernde Sonne.
Liebe vergalt der Herr mit Liebe
Und mit Gnade belohnte Er ihre Mühen.
Und als ihre Zeit auf Erden vorüber war,
Gewährte Er ihr Leben, unsterbliches und paradiesisches.

Betrachtung

Der verruchte Kaiser Konstantin Kopronymos hatte eine tugendreiche Tochter, das Mädchen Anthusa, „ein schöner Sproß aus einem schlechten Stamm.“ Sie blieb standhaft gegenüber allem Drängen ihres Vaters, daß sie heiraten solle, denn sie war durch ihre innige Liebe zu Christus dem Herrn fest gebunden. Als ihr Vater starb, gab Anthusa ihren Besitz fort und trat in ein Kloster ein. Man gerät in Erstaunen darüber, daß viele Menschen aus edler Herkunft die Eitelkeit dieser Welt verlassen und sich auf den schmalen Pfad Christi begeben haben; und es ist ein doppelt so großer Anlaß zum Staunen, daß Frauen Jugend, Reichtum und all die vergänglichen Attraktionen dieser Welt aus Liebe zu Christus verachtet haben. Der Herr Selbst sagte, es sei für einen reichen Menschen schwer, in das Himmelreich einzugehen. Schwierig, ja; aber nicht unmöglich. Es ist für jene leicht, den Reichtum und die ganze Welt zu verachten, die sich selbst verachten. 

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den auferstandenen Herrn Jesus:
1. Wie Er durch geschlossene Türen zu Seinen Jüngern trat und ihnen Frieden spendete;
2. Wie es für Seinen verherrlichten Leib kein materielles Hindernis gab, so daß Er erscheinen konnte, wo Er wollte.

Homilie

Über die Stadt, die errichtet wird

Denn wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt, sondern wir suchen die zukünftige. (Hebr 13,14)

Wo sind die großen Städte Babylon und Ninive geblieben, meine Brüder? Heute sonnen sich Eidechsen im Staub ihrer Türme. Memphis und Theben, waren sie nicht stolz auf die Pharaonen und die Fürsten dieser Erde? Heutzutage ist es schwer, genau festzustellen, wo sie gelegen haben.
Doch laßt uns die Städte aus Ziegeln und Steinen beiseite lassen; laßt uns auf die Städte aus Fleisch und Blut und Gebein schauen. Die Menschen erbauen die Städte ihrer Leiber viel langsamer und sorgfältiger, als sie Festungen und Kathedralen errichten. Die Menschen bauen an ihren Leibern achtzig oder einhundert Jahre und sehen am Ende, daß ihre Mühe vergeblich ist. Das, was Jahrzehnte benötigte, um mit Sorgfalt und ständiger Furcht erbaut zu werden, zerfällt in einem Augenblick und wird zum Staub der Gräber. Wessen Körperstadt wird nicht zerstört und in Staub verwandelt? Keine.
Doch laßt uns die Städte der Leiber beiseite lassen; laßt uns auf die Freudenstädte schauen, die die Menschen von Generation zu Generation erbaut haben. Das Material, aus dem diese Städte erbaut sind, besteht aus Vergnügen, Genuß, Besitz, Macht, Ehre und Ruhm. Wo sind diese Städte? Wie ein Spinnengewebe umhüllen sie den Menschen einen Augenblick lang, und wie ein Spinnengewebe zerreißen sie und verschwinden und machen das Glück zum größten Kummer.
Wahrlich, wir haben hier keine bleibende Stadt – und daher suchen wir die kommende. Dies ist die Stadt, die aus dem Geist geboren ist, aus Leben und Wahrheit. Dies ist die Stadt, deren einziger Erbauer Jesus Christus ist. Diese Stadt wird Reich des Himmels und unsterbliches Leben genannt, Wohnort der Engel, Hafen der Heiligen und Zuflucht der Märtyrer. In dieser Stadt gibt es keine Dualität von Gut und Böse, sondern nur das Gute. Alles, was in dieser Stadt erbaut ist, ist auf ewig erbaut. Jeder Ziegel in dieser Stadt bleibt bestehen auf ewig, ohne Ende. Diese Ziegel sind lebendige Engel und Menschen. Der auferstandene Herr Jesus Christus sitzt dort auf dem Thron und herrscht.
O Auferstandener Herr, errette uns aus den Ruinen der Zeit und führe uns in Deinem Erbarmen zu Deiner ewigen Stadt im Himmel. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen. 

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25.04.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).