08.03.2021

23.02.2021

Gedenken

23. Februar nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Hieromärtyrer Polykarp, Bischof von Smyrna († 167); hl. Damian von Esphigmenou († 1280); sowie hl. Gorgonia, Schwester des hl. Gregor des Theologen († 372); hl. Alexander, Gründer d. Klosters der Schlaflosen (Akimeten) († 430); hll. Johannes, Antiochos, Antonios, Moses Zebinas, Polychronios, Moses und Damian, Asketen der syrischen Wüste (5. Jh.); hl. Johannes der Schnitter v. Stylos in Kalabrien († 11. Jh.); hl. Kosmas v. Zographou, Berg Athos († 1281); hl. Moses, Mönch v. Belozersk († 1480); hl. Neumärt. Damian der Goldliebende von Philotheou, Berg Athos († 1568); hl. Hieromärt. Lazaros v. Peloponnes († 1620); hl. Mönch Polykarp v. Brjansk († 1620); hl. Märt. Klemens; hl. Märt. Thea.

1. Der hl. Hieromärtyrer Polykarp, Bischof von Smyrna. Polykarp, dieser große apostolische Mann, wurde als Heide geboren. Der hl. Johannes der Theologe bekehrte ihn zum Glauben an Christus und taufte ihn. In seiner Kindheit wurde Polykarp Waise; und gemäß einer Vision in einem Traum nahm ihn Callista, eine adlige Witwe, zu sich wie ihren eigenen Sohn, erzog und unterwies ihn. Von Kindheit an war Polykarp fromm und mitfühlend. Er strebte danach, das Leben des hl. Bukolos, der damals Bischof von Smyrna war, nachzuahmen, ebenso die hll. Apostel Johannes und Paulus, die er kannte und hörte. Der hl. Bukolos weihte ihn zum Presbyter und bestimmte ihn vor seinem Tod zu seinem Nachfolger in Smyrna. Die apostolischen Bischöfe, die sich beim Begräbnis des hl. Bukolos versammelten, weihten Polykarp zum Bischof. Gleich von Anfang an besaß Polykarp die Gabe der Wundertätigkeit. Er trieb einen Dämon aus dem Diener eines Fürsten aus und brachte durch sein Gebet ein schreckliches Feuer in Smyrna zum Verlöschen. Viele Heiden, die das sahen, hielten Polykarp für einen ihrer Götter. Er ließ es regnen in Zeiten der Dürre, heilte Krankheiten, sagte Ereignisse voraus, prophezeite, und so weiter. Er erlitt das Martyrium während der Herrschaft des Kaisers Mark Aurelius. Drei Tage vor seinem Tod prophezeite der hl. Polykarp: „In drei Tagen werde ich um des Herrn Jesus Christus willen im Feuer verbrannt werden!“ Als ihn am dritten Tag Soldaten verhafteten und vor Gericht führten, rief er: „Möge dies der Wille des Herrn meines Gottes sein.“ Als ihm der Richter riet, Christus zu verleugnen und die römischen Götter anzuerkennen, sagte Polykarp: „Ich kann nicht das Bessere für das Schlechtere eintauschen!“ Besonders die Hebräer haßten Polykarp und drängten darauf, ihn lebendig zu verbrennen. Als sie ihn an einen Pfahl banden, betete er lange zu Gott. Er war sehr alt, grau und leuchtend wie ein Engel. Die Menschen bezeugten, daß ihn die Flammen umzingelten, aber nicht berührten. Erschrocken über dieses Phänomen, befahlen die heidnischen Richter dem Henker, ihn mit einer Lanze durch das Feuer hindurch zu erstechen. Als die Lanze in ihn drang, strömte so viel Blut aus ihm, daß das ganze Feuer gelöscht wurde, und sein Leib blieb heil und unverbrannt. Überredet durch die Hebräer, befahl der Richter, Polykarps leblosen Leib gemäß dem Brauch der Griechen zu verbrennen. So verbrannten diese Menschen den Leichnam des Heiligen, den sie, als er noch lebte, nicht zu verbrennen vermochten. Der hl. Polykarp erlitt das Martyrium am Großen und Heiligen Sonnabend im Jahr 167.

2. Der gottgeweihte Damian war ein Mönch des Klosters Esphigmenou auf dem Berg Athos und ein Zeitgenosse und Gefährte des großen Kosmas von Zographou. Er widmete sich der Askese auf dem Berg Samaria zwischen Esphigmenou und Chilandar. Er entschlief in Frieden im Jahr 1280. Nach seinem Tod entströmte ein wundersamer und süßer Duft vierzig Tage lang seinem Leib.

Lobeshymne

Der heilige Polykarp

Seine Auserwählten bewahrt Gott,
Daß sie nicht umkommen bis zur vorherbestimmten Zeit,
Solange sie ihre Aufgabe nicht vollendet haben, sterben sie nicht.
Polykarp, der Altvater und Heilige Gottes,
Reiste mit seinem Diakon
Und verbrachte in einem Gasthaus die Nacht.
Der Altvater betete, während der Diakon schlief,
Bis ein Engel Gottes dem Altvater erschien
Und befahl, sie sollten sofort aufstehen
Und dieses Gasthaus verlassen,
Denn dieses Haus werde bald zerstört.
Der Altvater weckte seinen jungen Diakon,
Doch dieser, ermüdet, schlief weiter.
Daher erschien derselbe Engel wieder,
Und wieder gab er dieselbe Warnung.
Wieder weckte der Altvater seinen Diakon,
Doch dieser blieb von schwerem Schlaf übermannt.
Einen Augenblick wachte er auf,
Im nächsten Augenblick versank er erneut in Schlaf.
Ein drittes Mal erschien der Engel.
Daß dies kein Trug war, erkannte nun der Altvater,
Sondern eine Warnung von Gott, tatsächlich.
Der Heilige sprang auf, hob hoch den Diakon
Und trug ihn aus dem Gasthaus.
Kaum waren sie aus dem Haus getreten,
Stürzte dieses ein bis auf den Grund.
Alle, die darin waren, kamen um
Aufgrund gewisser geheimer Vergehen.
Von Entsetzen wurde der junge Diakon erfüllt,
Doch der Heilige war still versunken im Gebet.
Dem Allerhöchsten brachte er Dank dar,
Und sie setzten ihren Weg fort unter den Sternen. 

Betrachtung

Der hl. Polykarp schreibt an die Philipper über einen Priester namens Valentin, der in die Sünde der Habgier gefallen und Geld unterschlagen hatte, das der Kirche gehörte: „Ich bin sehr bekümmert über Valentin, der einstmals ein Priester mit uns war, daß er die Gabe seiner Berufung nun so vergessen hat. Und daher bitte ich euch, bewahrt euch vor der Liebe zum Geld und seid rein und gerecht. Bewahrt euch vor jedem Laster. Wer sich nicht zurückhalten kann, vermag andere nicht die Zurückhaltung zu lehren. Wer sich der Habgier überläßt, besudelt sich im Götzendienst und reiht sich unter den Heiden ein. Wer ist sich Gottes Gericht nicht bewußt? Und wer weiß nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden (1 Kor 6,2), wie Paulus lehrt? Ich habe dergleichen nicht bei euch bemerkt, auch habe ich nichts davon gehört – bei euch, unter denen der gesegnete Paulus gearbeitet hat und über die er mit Lob am Beginn seines Briefes (an die Philipper) spricht. Er pries euch unter allen Kirchen, als wir (d. h. Polykarp und die Einwohner von Smyrna) noch nichts von Ihm wußten. Und daher bin ich  über Valentin und seine Frau sehr bekümmert. Möge Gott ihnen wahre Reue gewähren. Ihr aber sollt weise damit umgehen und ihn nicht als Feind ansehen (2 Thess 3,15), sondern bemüht euch, sie als leidende und verirrte Mitglieder zu bessern, damit euer ganzer Leib gesund werde. Wenn ihr so vorgeht, baut ihr euch selbst auf.“ So gingen die Heiligen mit Sündern um: vorsichtig und barmherzig: vorsichtig, damit andere vor ähnlicher Sünde bewahrt blieben; barmherzig, um die Sünder zu bessern und zu retten.

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den Herrn Jesus im Gespräch mit der Frau aus Samaria (Jh 4):
1. Wie die Frau zuerst völlig von fleischlichem [irdischem] Denken erstickt war;
2. Wie der sanftmütige Herr ihren Geist Schritt für Schritt zu einem höheren und geistigen Verständnis hinleitete;
3. Wie diese Begegnung zur Bekehrung vieler führte;
4. Wie der vom Herrn ausgestreute Same zuerst in einem fleischlichen Geist zu verderben drohte, doch dann keimte und wuchs, reifte und geistige Frucht hervorbrachte.

Homilie

Über die Werke Christi

Die Werke, die Mein Vater Mir übertragen hat, damit Ich sie zu Ende führe, diese Werke,
die Ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, daß Mich der Vater gesandt hat.
(Jh 5,36)

Was sind diese Werke Christi, meine Brüder? Das sind die Werke des Hausherrn, der von einer Reise zurückgekehrt ist und das Haus geplündert und verwüstet vorfindet. Es sind die Werke des Arztes, der in ein völlig verseuchtes Krankenhaus trat, Arznei brachte und die Heilbehandlung begann. Es sind die Werke des Königs, der in sein Land zurückkehrte und es geteilt und zerstört vorfand und dessen Bürger versklavt in einem fremden Land. Es sind die Werke des älteren Bruders, der in das ferne Land aufbrach, um dort seinen jüngeren Bruder zu suchen, der verlorengegangen war –, der in die Irre geraten und durch seine Ausschweifungen verarmt war. Es sind die Werke des Lehrers, des Hirten, des Helden und Wächters. Wahrlich, dies sind keine kleinen Werke! Ein gewöhnlicher Mensch, auch wenn er mit der größten weltlichen Bildung, Fertigkeit und Kühnheit ausgestattet wäre, könnte nicht in dreitausend Jahren jene Werke vollbringen, die Christus in drei Jahren voll-bracht hat. Kein einzelner Mensch – nicht einmal alle Menschen zu allen Zeiten zusammen – hätte die Werke Christi vollbringen können, in aller Ewigkeit nicht.
Wie hat der Herr all diese Werke vollbracht? Mit Hilfe von fünf großen Wundern: Demut, Wor-te, Taten, Blut und Auferstehung.
Wofür legen die Werke Zeugnis ab? Sie bezeugen erstens, daß Er nicht von der Erde, sondern vom Himmel gesandt war; zweitens, daß Er nicht von einem Engel, sondern von Seinem himmli-schen Vater Selbst gesandt wurde; drittens, daß keiner für diese Werke geeignet war außer Ihm Selbst, Der so groß ist wie Gott [Vater], Der weise ist wie Gott, mächtig ist wie Gott und barmherzig ist wie Gott – Er, der Gott [Vater] gleich ist!
Wie unbedeutend sind all unsere Werke neben den Werken Christi! Besäßen wir nur ein Körnchen der Güte und des Eifers Christi, Seiner Hingabe und Verläßlichkeit, könnten wir all unsere Werke vollkommen vollbringen.
Gib uns dieses Körnchen, o Herr Jesus, denn wir können es auf Erden weder finden noch verdienen. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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08.03.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).