08.04.2021

25.03.2021

Gedenken

26. März nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Erzengel Gabriel; hl. Hieromärtyrer Irenäos, Bischof von Syrmium (Srem), Serbien († 304); hl. Malchos († 4. Jh.); hl. Basileios der Neue († 944 oder 952); sowie hll. Hieromärtt. Eusebios, Bischof v. Kival und hl. Publios, Lektor; hll. Märtt. Montanus, Priester, u. s. Frau Maxima in Syrmium (Beginn 4. Jh.); hl. Märt. Kodratus u. 40 mit ihm, die unter Diokletian litten; hl. Eutychios, Subdiakon von Alexandria († 356); hll. Märtt. Bathusios u. Berkos, Presbyter; Mönch Arpilos, Laien Abibos, Agnos, Reasos, Igathrax, Iskous (Iscoeus, Escoes); Silas, Signikos, Sonirilos, Siumbalos, Thermos, Phillos (Philgas) u. d. Frauen Anna, Alla, Larissa, Monko (Manka), Mamika, Uirko (Virko), Animais (Animaida), Gaatha, Königin der Gothen, u. Duklida auf d. Krim († 375); hl. Braulio v. Saragossa in Georgien († 646); hl. Ludger, Missionsbischof v. Utrecht (Niederlande) († 809); hl. Neumärt. Georg v. Adrianopel († 1437); hl. Neumärt. Petr und Prochor und 30 mit ihnen, Rußland († 1918).

1. Der hl. Erzengel Gabriel. Gabriel verkündet die Menschwerdung des Sohnes Gottes. Er ist einer der sieben Erzengel, die vor dem Thron Gottes stehen. Er erschien Zacharias und verkündete ihm die Geburt des Vorläufers. Gabriel sagte über sich: Ich bin Gabriel, der vor dem Thron Gottes steht (Lk 1,19). Sein Name Gabriel bedeutet: „Mensch – Gott“. Die Heiligen Väter, die über die Verkündigung sprechen, deuten dies so, daß ein Erzengel mit einem solchen Namen geschickt wurde, um darauf hinzuweisen, was Jener sein würde, Der von der Allreinen geboren wurde. Daher würde Er der Mensch-Gott sein, mächtiger und starker Gott. Einige der Väter gehen davon aus, daß derselbe Gabriel Joachim und Anna erschien bezüglich der Geburt der Jungfrau Maria und daß Gabriel Moses in der Wüste erschien, um das Buch Genesis zu schreiben. Einige der Väter denken, daß Gabriel die Vorrangstellung in der ersten und höchsten Ordnung der himmlischen Mächte innehat, der seraphischen Ordnung, denn die Seraphim stehen Gott am nächsten. Er sei daher einer der sieben Seraphim, die Gott am nächsten sind. Die Namen der sieben sind: Michael, Gabriel, Raphael, Uriel, Salathiel, Jegudiel, Barachiel. Dieser Zahl fügen einige noch Jeremiel zu. Jeder von ihnen hat seinen eigenen besonderen Dienst, und sie alle sind von gleicher Würde. Warum sandte Gott nicht Michael? Weil Michaels Aufgabe darin besteht, die Feinde des Glaubens zu bekämpfen, während Gabriels Dienst in der Verkündigung der Rettung der Menschheit besteht.

2. Der hl. Hieromärtyrer Irenäos von Srem. Man meint, Irenäos sei ein Slave gewesen. Er war verheiratet und hatte Kinder, bevor er Bischof wurde. Er litt für Christus während der Herrschaft des Maximian. Nach einer Zeit schrecklicher Leiden umstanden ihn weinend seine Verwandten und baten ihn, sich und sie zu schonen [das heißt, Christus zu verleugnen]. Doch dieser wunderbare Hieromärtyrer liebte die Wunden Christi mehr als alle Reichtümer dieser Welt. Zu jener Zeit litt auch Seren, ein gewisser Gärtner in Srem, unter der Gewalt des Fürsten Probus, wie Afrius in Regia litt. Da Bischof Irenäos seinen Glauben nicht verleugnen wollte, befahl Fürst Probus, ihn von einer Brücke in den Fluß Sava zu werfen, wo dieser Hirte der Herde Christi starb und seine Wohnstatt unter den Himmelsbewohnern einnahm. Er litt ehrenvoll im Jahr 304.

3. Der gottgeweihte Malchos war ein Bauer aus dem Umland von Antiochia, und von Jugend an war seine ganze Seele auf Gott ausgerichtet. Die Araber versklavten ihn und zwangen ihn in der Sklaverei, eine schwarze Frau zu heiraten. Er bekehrte sie zum Glauben an Christus, und sie lebten wie Bruder und Schwester. In Absprache miteinander entkamen sie aus der Gefangenschaft. Beinahe wären sie von neuem von den Arabern ergriffen worden. Sie fanden Schutz in einer Höhle, in der sie eine Löwin mit ihren Jungen entdeckten, und sie gerieten in Furcht; doch Gott schütze sie. Die Löwin tat ihnen keinen Schaden, sondern tötete einen Araber, der in die Höhle eindringen wollte, um die Entflohenen zu ergreifen. Als sie an ihrem Ziel ankamen, trat Malchos in ein Männerkloster ein und seine Frau in ein Frauenkloster. Er lebte viele Jahre, gab sich der Askese hin und nahm seine Wohnstatt ein unter den Himmelsbewohnern. Dies geschah im vierten Jahrhundert.

4. Der gottgeweihte Basileios der Neue lebte im Wald ohne Schutz oder Herd. Er wurde gefangen-genommen, und man stellte ihm im Verhör die Frage: „Wer bist du?“ Er antwortete: „Einer der auf Erden Lebenden.“ Sie mißtrauten ihm, dachten, er sei ein Spion und folterten ihn. Später lebte er viele Jahre in Freiheit in Konstantinopel. Hellsichtig erkannte er alle Geheimnisse im Menschen, sah die Zukunft voraus und vollbrachte große Wunder. Seine Magd war die Gerontissa Theodora, die nach ihrem Tod Gregor erschien, dem Novizen des Basileios, und ihm die zwanzig Stationen des Gerichts beschrieb [die „Zollstellen“ oder „Zollhäuser“], die jede Seele durchqueren muß. Am 25. März 944 entschlief der hl. Basileios in Frieden und nahm seine Wohnstatt ein in der wundervollen himmlischen Familie. Nach seinem Tod wurde er von einem Bewohner von Konstantinopel in großer Herrlichkeit gesehen.  

Lobeshymne

Die Erzengel

Siebengoldenes Haupt der Ränge der Engel,
Sieben Erzengel, die höchsten Geister:
Michael ist der Erste – das Schwert gegen die Feinde:
Durch sein Schwert vergilt er jenen, die Krieg wagen gegen Gott.
Gabriel, der Herold der Menschwerdung Gottes
Und wunderbarer Begleiter der Rettung des Menschen.
Raphael ist wie eine Sonne, der Diener der Dreiheit;
Arzt ist er für viele menschliche Leiden.
Uriel ist das helle Licht Gottes,
Erleuchter der menschlichen Seelen.
Salathiel, der Fürbitter, bringt Gebete dar,
Und die Gebete der Menschen trägt er vor Gott.
Jegudiel, der Gott, den Allmächtigen, verherrlicht;
Den bereitwilligen Menschen ermutigt er zur Herrlichkeit.

Barachiel, der den Segen des Himmels austeilt,
Er gibt von Gott, was die Menschen benötigen. 

Betrachtung

Wenn ein Wunder geschieht, ist das ein Grund zur Freude; nicht, um dadurch in Verwirrung zu geraten. Gott hat Seinen Finger dorthin gelegt, entweder um zu belohnen oder um zu bestrafen, um Seine Gläubigen zu ermutigen oder um Sünder auf den Weg der Rettung zu führen.
Die Welt wird oft mit einer Lokomotive verglichen. Wenn du eine Lokomotive siehst oder eine andere Dampfmaschine, dann weißt du, daß es dort einen Maschinisten gibt, der dem Blick ver-borgen ist. Und daran ist nichts Merkwürdiges, nicht wahr? Wenn der Maschinist seinen Kopf aus der Kabine streckt, mit der Hand winkt, einen Stab herausstreckt oder ein Taschentuch schwenkt, etwas herauswirft oder ein Zeichen gibt, dann weißt du, daß das die Fahrt des Zuges nicht beeinflußt und nicht die kleinste Schraube an ihm beschädigt. Warum sagen dann die Ungläubigen, Gott würde in die Funktion der irdischen Maschinen durch Seine Wunder störend eingreifen? Warum? Weil die Ungläubigen unvernünftig sind. Die Gläubigen freuen sich über Gottes Zeichen. Ein Kind ist beim Anblick einer Lokomotive erschrocken; doch es freut sich, wenn ein Mensch wie es selbst aus der Lokomotive aussteigt. O welche Freude ist es für uns, wenn aus diesem stummen Universum, das uns umgibt, jemand wie wir erscheint und dieser ein Wesen ist, das uns kennt und liebt! Wenn ein Wunder geschieht, wisse, daß Dieser, Der wie wir ist, uns grüßt und sagt: „Habt keine Angst; Ich stehe hinter all diesem.“ Der hl. Basileios der Neue vollbrachte viele Wunder. Er heilte Krankheiten durch seine Gebete und las das Schicksal der Menschen wie ein offenes Buch. Durch Seine Auser-wählten zeigt Gott den Menschen immer Seine Liebe und Macht, um die Gläubigen im Glauben zu festigen und die Ungläubigen zu beschämen und zum Glauben zurückzuführen.

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den gekreuzigten Herrn Jesus:
1. Wie Er Seine letzten Atemzüge verwendete und den Räuber am Kreuz rettete;
2. Wie Er Seine Seele in die Hände des Vaters gab: Vater, in Deine Hände lege Ich Meinen Geist.

Homilie

Über die nahende Ankunft des Herrn

Siehe, Ich komme bald. (Offb 22,7)

Die Ungläubigen und Seelenverderber werden sagen: „Vor zweitausend Jahren hat Er versprochen zu kommen, und Er ist immer noch nicht gekommen!“ So werden sie, die jetzt spotten, in den ewigen Qualen klagen. Doch wir, die wir auf die Freude in Seinem Reich vorbereitet sind, wissen, daß Er kommen wird in Kraft und Herrlichkeit, wie Er versprochen hat.
Wir wissen, daß Er schon zahllose Male gekommen ist und Sich Seinen Gläubigen gezeigt hat. Kam Er nicht zu Johannes dem Göttlichen, zu dem Er diese Worte sprach: Siehe, Ich komme bald? Johannes sah Ihn in Macht und Herrlichkeit und spürte Seine Hand auf sich, als er erschrak und wie tot zu Seinen Füßen niederfiel. Er aber legte Seine rechte Hand auf mich (Offb 1,17). Kam Er nicht zu Paulus, als dieser anfangs mit Haß gegen die Christen wütete, und als er auf dem Weg nach Damaskus zu Boden fiel, den Herrn sah und Seine Stimme hörte: Saul, Saul, warum verfolgst du Mich? Und wiederum, kam Er nicht ins Herz des Apostels Paulus, als dieser bekannte: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir (Gal 2,20)? Und kam Er nicht zu den zahllosen Märtyrern, Männern wie Frauen, die um Seines Namens willen litten, um sie zu ermutigen, zu heilen, um sich ihrer zu erbarmen? Kam Er nicht zu Antonius dem Großen, Theodor Stratilates, dem hl. Charalambos, der hl. Marina, dem hl. Sylvester und vielen, vielen anderen? Was sagen wir? Kehrte Er nicht aus dem Totenreich am dritten Tag zurück und erschien Seinen Aposteln? Kam Er nicht viele Male der Kirche zu Hilfe und richtete sie aus dem Tode wieder auf, immer wenn ihre Feinde schon triumphierten und dachten, sie hätten die Kirche auf ewig dem Tod übergeben? Erschien Er in Seiner Macht nicht zu Neros Zeit wie zu der des Kaisers Konstantin? Zur Zeit des Apostaten Julian genauso wie zur Zeit Justinians? Zur Zeit der arabischen Tyrannei ebenso wie zur Zeit der mongolischen oder türkischen Unterdrückung der Christen?
O meine gläubigen Brüder, gebt euch keiner Täuschung hin. Er kam zahllose Male und kommt auch heute. Er kommt zu jeder Seele, zu der Er kommen kann, trotz ihrer Unreinheit. Wir alle erwarten jedoch Seine letzte Ankunft in Macht und Herrlichkeit. Und wir wissen, daß Sein Kommen gewiß ist.
O Gütigster Herr, bevor Du kommst, mache uns würdig, Dein Angesicht zu schauen, uns aber unserer eigenen Gesichter zu schämen, die durch die Sünde verdunkelt sind. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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08.04.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).