26.02.2021

13.02.2021

Gedenken

13. Februar nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Symeon der Myronspender († 1200); hl. Martinian († 422); hl. Zoë und hl. Photina; sowie hl. Timotheos, Patriarch von Alexandria († 385); hl. Eulogios, Erzbischof v. Alexandria († ca. 607-608); hl. Joseph v. Volokolamsk († 1515); hll. Apostel und Märtt. Aquila und Priscilla; hl. Modomnoc, Bischof v. Ossory (6. Jh.).

1. Der hl. Symeon, der Myronspender. Stefan Nemanja, der große Fürst (Groß-Župan) des serbi-schen Volkes, der die serbischen Länder vereinigte und ein unabhängiges serbisches Reich schuf, verteidigte den orthodoxen Glauben und vertrieb die Häresie. Zuerst wurde er in der Lateinischen Kirche getauft, verließ diese Kirche aber später und wurde orthodox. Zu Beginn war er von den Griechen abhängig in bezug auf den Staat, doch später befreite er sich aus dieser Abhängigkeit und wurde völlig autonom. Als Stefan das Reich und den orthodoxen Glauben im Reich etabliert hatte, folgte er seinem Sohn Sava und empfing im Jahr 1195 im Kloster Studenica die Mönchsweihe, wobei er den Namen Symeon erhielt. Seine Gemahlin Anna zog sich in ein Frauenkloster zurück, erhielt die Tonsur und erhielt den Namen Anastasia. Nach zwei Jahren als Mönch im Kloster Studenica begab sich der hl. Symeon auf den Athos, den Heiligen Berg. Dort ließ er sich zusammen mit seinem Sohn Sava im Kloster Vatopedi nieder. Vater und Sohn verbrachten ihre Tage und Nächte im Gebet. Dort bauten sie sechs Kapellen, gewidmet: dem Erlöser, den Uneigennützigen Heiligen, dem hl. Georg, dem hl. Theodor, dem Vorläufer und dem hl. Nikolaus. Sie erwarben die Ruinen von Chilandar und errichteten ein herrliches Kloster, in dem Symeon nur noch acht Monate lebte und dann entschlief. Als Symeon auf dem Sterbebett lag, legte ihn Sava, dem Wunsch seines Vaters entsprechend, auf eine einfache Matte. Die Augen auf die Ikone der Gottesmutter gerichtet, sprach dieser gesegnete Greis seine letzten Worte: Alles, was atmet, lobe den Herrn (Ps 150,6). Dann nahm er seine Wohnstatt ein beim Herrn am 13. Februar 1200.

2. Der gottgeweihte Martinian. Es lohnt sich, das glorreiche und wundersame Leben des hl. Martinian ganz zu lesen. Was tat er nicht alles, um die Gebote des Herrn zu erfüllen! Mit achtzehn Jahren zog sich Martinian auf einen Berg in Kappadokien namens „Ort der Arche“ zurück, wo er fünfundzwanzig Jahre in Fasten, Nachtwachen, Gebet und im Kampf mit vielen Versuchungen lebte. Als eine Frau kam, um ihn zu versuchen, und er erkannte, daß er sich auf die Sünde mit ihr einzulassen bereit war, sprang Martinian barfuß in ein Feuer und blieb dort, bis ihm der Schmerz Tränen in die Augen trieb und jegliche Lust in ihm tötete. Als eine weitere Versuchung auftrat, floh Martinian auf einen abgelegenen Felsen im Meer, auf dem er dann lebte. Nach einem Schiffbruch schwamm eine junge Frau zu diesem Felsen. Martinian sprang ins Meer, um jede weitere Versu-chung zu vermeiden; doch ein Delphin rettete ihn auf seinem Rücken und brachte ihn durch Gottes Vorsehung ans Ufer. Martinian faßte daraufhin den Entschluß, sich niemals mehr an einem Ort dauerhaft niederzulassen, sondern ständig zu reisen. In zwei Jahren kam er durch einhundert-vierundsechzig Städte, wobei er die Menschen unterwies und beriet. Schließlich erreichte er Athen, wo er im Jahr 422 entschlief.

3. Die hll. Zoë und Photina. Zuerst war Zoë eine Prostituierte – jene Frau, die den hl. Martinian in Versuchung führte. Als sie sah, daß dieser Asket ins Feuer sprang, um seine Begierde zu unterwer-fen, überkam sie bittere Reue, und sie zog sich in ein Kloster in Bethlehem zurück, wo sie als Asketin und Klausnerin heldenhaft ein Leben der Abtötung führte. In der Buße für all ihre Sünden empfing sie von Gott die Gabe der Wundertätigkeit. Durch die Winde des Meeres wurde die hl. Photina auf die Insel geworfen, auf die sich der hl. Martinian zurückgezogen hatte. Martinian floh sofort von der Insel, und Photina blieb dort in Fasten und Gebet, bis sie entschlief.    

Lobeshymne

Die heilige Zoë

Auf den Mönch im Feuer schaute Zoë mit Entsetzen:
Wie er brennt ohne Klage, Furcht und Seufzen!
Mit Schrecken und Scham bereute Zoë:
Nur um seine Seele zu retten, was tat dieser Mann nicht alles!
Tief gebeugt, Vergebung erflehend, begann sie zu weinen;
Um dem Bösen zu widerstehen, fragte sie, was ist zu tun;
Um die Seele zu retten, um dem Übel im Fleisch zu widerstehen?
Der Mann Gottes begann vor Freude zu weinen.
Nach Bethlehem sandte er sie, zur gesegneten Paula:
„Geh fort, Frau, rette dich; geh fort, geh nicht verloren.
Die gesegnete Paula wird dir alles andere sagen.“
Über die türkisfarbene See, gänzlich in Demut, zog Zoë fort.
Paula empfing sie wie eine kleine Schwester und unterwies sie.
Zoë weinte, Zoë lauschte; duldete und blieb still.
So vergingen zwölf Sommer; zwölf Jahre vergingen,
Und als Asketin wurde Zoë bekannt.
Sie wusch ihr Antlitz in Tränen und fragte Gott
Vor ihrem Tod: Hat Gott mir vergeben? Vergab Er oder nicht?
In diesem Augenblick wurde vor Zoës Tür eine Blinde geführt –
Daß sie sehen möge, bete für sie! Bete, bete!
In Tränen betete Zoë, und die Frau konnte sehen;
Zoë erkannte nun, daß ihr vergeben war.
Durch Sünder, wenn sie bereuen, wird Gott verherrlicht,
Dann leuchten sie durch Wunder auf Erden wie die Sterne.


Betrachtung

Der große Stefan Nemanja, auf dessen gebietendes Wort alle uneingeschränkt hörten, vor dem Menschen und Könige zitterten, wurde Mönch und diente den Mönchen des Heiligen Berges als Vorbild der Sanftmut, Demut, Güte und des Gebets. Und sein Tod war der Tod eines wahrhaft gottgemäßen Mannes und geistlichen Führers. Er wurde am 7. Februar bettlägerig, rief den hl. Sava zu sich, legte ihm seine Hände auf, segnete ihn und sagte zu ihm: „Mein geliebtes Kind, Licht meiner Augen, Trost und Schutz meines Alters, die Zeit für unseren Abschied ist gekommen; der Herr läßt mich in Frieden ziehen. Doch sei nicht traurig, mein Kind, wegen unseres Abschieds; das haben wir alle gemeinsam. Hier trennen wir uns, doch dort werden wir einander wieder begegnen, wo es keine Trennung mehr gibt.“ Am 12. Februar sagte der hl. Symeon, er solle ihn in sein Begräbniskleid hüllen, eine Matte auf dem Boden ausbreiten und ihn dorthin legen mit einem Stein als Kopfkissen unter seinem Kopf. Dann rief er alle Mönche zusammen und bat sie um Vergebung. Bei Tagesanbruch am 13. Februar, als die Mönche den Morgengottesdienst in der Kirche sangen und ihre Stimmen die Zelle des Sterbenden erreichten, hellte sich das Antlitz des hl. Symeon auf, und er übergab Gott seine Seele.

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den Herrn Jesus als Lamm Gottes:
1. Als Lamm, am Wohnort der Lämmer geboren;
2. Als Lamm, verfolgt von Menschen von wölfischem Gemüt;
3. Als Opferlamm, das geduldig Schmerz und Tod ertrug;
4. Als siegreiches Lamm Gottes auf dem himmlischen Thron.

Homilie

Über jene Liebe, die über jeder anderen Liebe ist

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht würdig. (Mt 10,37)

Das ganze Evangelium lehrt uns, daß wir das Geringere um des Größeren willen verlassen müssen, das Vergängliche um des Unvergänglichen willen, das Schlechtere für das Bessere, das weniger Wertvolle für das Wertvollere. Wenn das Evangelium nicht das Wertvollere verheißen würde, wer würde das weniger Wertvolle verlassen? Wenn nicht der Glanz des kostbaren Schatzes offenbart worden wäre, wer hätte dann das weniger Kostbare verlassen? Wer würde Milch und Honig verlassen, wenn er nicht etwas Süßeres hätte? Wer würde Vater und Mutter verlassen, wenn er nicht einen noch näheren Verwandten findet? Wer würde Kinder und Freunde verlassen, wenn er nicht jemanden, der ihm noch lieber ist, kennenlernt? Wer würde freiwillig sein Leben der Folter und dem Tod überliefern, wenn er nicht einen Blick auf das unsterbliche Leben werfen kann? Der Herr Christus ist süßer als Milch und Honig, ein engerer Verwandter als Vater und Mutter, lieber als Kinder und Freunde, kostbarer als jeder sichtbare Schatz, wertvoller als dieses Leben, denn Er schenkt ewiges Leben. Alles in dieser Welt ist weniger als Er; bitterer, schwächer, weniger wertvoll und vergänglicher als Er. Für denjenigen, der Ihn empfängt, ist es leicht, alles zu verlassen; denn er hat das Größte und den Größten empfangen.
O Herr Jesus, Du Schatz aller unvergänglichen Schätze; hilf uns, daß wir uns von allem lösen und uns an Dich heften, Du unser Leben und unser Gut.
Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen. 

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26.02.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).