21.02.2021

08.02.2021

Gedenken

8. Februar nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Großmärtyrer Theodor Stratilates († 319); hl. Prophet Zacharias († ca. 520 v. Chr.); hl. Sava der Zweite, Erzbischof von Serbien († 1268); sowie hl. Märt. Konitos v. Alexandria († 249); hll. Märtt. Nikephoros u. Stefan; Philadelphos u. Polykarp; hl. Agathangelos, Bischof v. Damaskus († ca. 325); hl. Makarios, Bischof v. Paphos auf Zypern; hl. Pergetos; hll. Ioann und Vasilij vom Kiever Höhlenkloster; hl. Ljubov von Rjazan’, Närrin in Christo († 1921).

1. Der hl. Großmärtyrer Theodor Stratilates [„der Heerführer“]. Es gibt Martyrien, die kostbarer als kostbar sind. Die Kostbarkeit des Martyriums hängt von der Größe des Gutes ab, das der Christ preisgibt und an dessen Stelle Leiden erwählt; und ferner hängt es von der Größe der Leiden ab, die er um Christi willen erduldet. Der hl. Theodor, ein römischer Heerführer in der Armee des Kaisers Licinius und Bürgermeister der Stadt Heraklea, verachtete seine Jugend, sein gutes Aussehen, den militärischen Rang und das Wohlwollen des Kaisers. Statt dessen nahm er um Christi willen schreckliche Torturen auf sich. Zuerst wurde er ausgepeitscht und erhielt sechshundert Hiebe auf den Bauch, danach wurde er an ein Kreuz gehängt und völlig mit Lanzen durchbohrt. Schließlich wurde Theodor enthauptet. Warum all dies? Weil der hl. Theodor Christus den Herrn über allem anderen in der Welt liebte. Er verabscheute den geistlosen Götzenkult des abergläubischen Kaisers Licinius. Er zerschlug die silbernen und goldenen Götzen und verteilte sie in Stücken an die Armen. Er bekehrte viele zum Glauben an Christus und forderte sogar Kaiser Licinius selbst auf, vom Götzenkult abzulassen und an den Einen Lebendigen Gott zu glauben. Während der ganzen Martern wiederholte Theodor unablässig: „Ehre sei Dir, mein Gott, Ehre sei Dir!“ Der hl. Theodor erlitt das Martyrium am 8. Februar 319 um 3 Uhr nachmittags und ging ein in das Reich Christi. Der hl. Theodor wird als Patron der Soldaten angesehen, die ihn um Hilfe anrufen. Seine wundertätigen Reliquien wurden von Euchaita nach Konstantinopel überführt und in der Kirche von Blachernae aufbewahrt.

2. Der hl. Prophet Zacharias (Sacharja) war der elfte der Zwölf Kleinen Propheten und versuchte zusammen mit Haggai den Fürst Serubbabel davon zu überzeugen, den Tempel von Jerusalem wiederherzustellen. Zacharias prophezeite den feierlichen Einzug Christi in Jerusalem: auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin (Sach 9,9). Er prophezeite auch den Verrat des Judas für dreißig Silberstücke: Und sie wogen mir meinen Lohn ab, dreißig Silberstücke (Sach 13,7), ebenso, daß Christus von den Aposteln während Seiner Passion verlassen wurde: Schlag den Hirten, dann werden sich die Schafe zerstreuen (Sach 13,7). Der Prophet Zacharias wird „Sichelschauer“ genannt, denn er sah in einer Vision eine Sichel vom Himmel kommen, um die Gesetzlosen abzumähen, besonders Diebe und Gotteslästerer. Zacharias entschlief in der zweiten Hälfte der Herrschaft des Darius Hystapes, ungefähr im Jahr 520 v. Chr..

3. Der hl. Sava II., Erzbischof der Serben, war der Sohn König Stefans des Erstgekrönten und Neffe des hl. Sava I.. Vor seiner Mönchsweihe wurde Sava Predislav genannt. Dem Vorbild seines großen Onkels folgend, wurde Sava Mönch und widmete sich mit Eifer dem asketischen Leben. Er wurde als Nachfolger des hl. Arsenije zum Erzbischof der Serben unter dem Namen Sava II. gewählt. Er leitete die Kirche mit großer Hingabe und Liebe. Sava II. entschlief im Jahr 1268. Seine Reliquien ruhen im Kloster Peć.

Lobeshymne

Der heilige Sava II., Erzbischof der Serben

Predislav schaut,
Der junge Predislav weint,
Die Königin, seine Mutter, fragt ihn:
„Wohin geht dein Blick?
Worauf schaust du, Predislav?“
„Auf den heiligen Sava, auf das Antlitz meines Onkels.“
König Stefan sagt zu seinem Sohn:
„Um dich zu verheiraten, mein süßer Sohn,
Verfliegt die Zeit, und ich werde alt.
Wen liebst du? Sag mir den Namen!“
Und Predislav hört seinem Vater zu,
Doch von einer Gattin will er nichts wissen.
Predislav sieht sich als Mönch,
Christi Worte genügen ihm –
Und Sava der Zweite ward er genannt.
Tränen vergoß er und sprach:
„Heiliger Sava, stelle mich
Auf den wahren Pfad des Evangeliums!“
Der König und die Königin starben
Und auch Patriarch Arsenije;
Die Kirche wurde zur Witwe.
Vor der Ehre verbarg er sich,
Doch zweifacher Ruhm stieg auf ihn herab:
Bischof war er, und noch mehr – ein Heiliger.

Betrachtung

Der hl. Seraphim von Sarov schreibt über Verzweiflung: „Wie der Herr für unsere Rettung arbeitet, so arbeitet der Teufel, dieser Menschenmörder, daran, den Menschen in Verzweiflung zu stürzen.“ Judas der Verräter war kleinmütig in der Seele und unerfahren im Kampf, und deshalb griff ihn der Teufel an, der seine Verzweiflung sah, und trieb ihn in den Selbstmord. Doch Petrus, der gewaltige Fels, verzweifelte nicht, als er in der Prüfung des Kampfes in seine große Sünde fiel. Er verlor nicht die Geistesgegenwart, sondern weinte bitterlich aus vollem Herzen, und der Teufel, der das sah, floh vor ihm wie vor einem lodernden Feuer. So lehrt der hl. Antiochos, meine Brüder, daß, wenn Verzweiflung uns befällt, wir uns ihr nicht unterwerfen dürfen, sondern wir müssen, gestärkt und geschützt durch unseren heiligen Glauben, dem bösen Geist entschlossen entgegnen: „Was hast du mit uns zu schaffen, du von Gott Abgefallener, Flüchtling des Himmels und Sklave der Bosheit? Du hast uns nichts zu befehlen; denn Christus, der Sohn Gottes, hat die Herrschaft über uns und über alles. Du aber, du Mörder, weiche von uns! Gestärkt durch Sein kostbares Kreuz treten wir auf deinen Schlangenkopf!“

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den Herrn Jesus als Heerführer:
1. Als Heerführer im Kampf gegen den Satan;
2. Als Heerführer im Kampf gegen die Sünde im Menschen;
3. Der das Gute gegen das Böse in der Welt verteidigt;
4. Der den Satan, die Sünde und den Tod besiegt hat.

Homilie

Wie den wahren Christen der Haß der Welt entgegenschlägt

Ihr werdet um Meines Namens willen von allen gehaßt werden. (Lk 21,17)

Alle, die sich selbst mehr lieben als Gott, werden die Nachfolger des Herrn Jesus hassen.
Alle, die den Körper mehr lieben als die Seele, werden die Nachfolger des Herrn Jesus hassen.
Alle, die die Welt mehr lieben als das ewige Reich Gottes, werden die Nachfolger des Herrn Jesus hassen.
Alle, die die Sünde mehr lieben als die Tugend, werden die Nachfolger des Herrn Jesus hassen.
Die Zahl derer, die den Namen Jesu hassen, ist manchmal größer und manchmal geringer. Doch, ganz gleich wie groß ihre Zahl ist, habt niemals Angst, meine Brüder, denn die Zahl der Engel und Heiligen ist gewaltig groß. Die Zahl eurer Verwandten im Himmel – das heißt, jener, die den Herrn Jesus lieben – ist größer als die Anzahl der Sterne am Himmel und der Sandkörner am Ufer des Meeres. O fürchtet euch nicht: Christus ist mit euch, und das bedeutet, daß ihr immer stärker seid als jene, die euch hassen. Wenn der Stärkste auf eurer Seite ist, seid ihr immer in größerer Zahl als eure Feinde.
O Herr Jesus, Allmächtiger Gebieter, möge Deine Hilfe immer bei uns sein, damit wir Dir ewig nahe und ohne Furcht sind. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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21.02.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).