15.01.2021

02.01.2021

Gedenken

2. Januar nach dem Kirchenkalender

Gedenken: hl. Sylvester, Bischof von Rom († 335); hl. Seraphim von Sarov († 1833); hl. Theodota, Mutter der hll. Brüder Kosmas und Damian; hl. Ammon von Tabennisi (5. Jh.); sowie hl. Märt. Sergios v. Cäsarea in Kappadokien († 301); hl. Mark der Taubstumme; hl. Ammon von Tabennisi, Mönch (5. Jh.); hl. Hieromärt. Theogenes, Bischof von Parium auf d. Hellespont († ca. 320); hl. Kosmas, Erzbischof v. Konstantinopel († 1081); hl. Sylvester v. Kiever Höhlenkloster (12. Jh.); sel. Juliana v. Lazarevo († 1604); hl. Neumärt. Zorzes (Georg) von Georgien († 1770).

1. Der hl. Sylvester, Bischof von Rom, wurde in Rom geboren und wurde von früher Jugend an in weltlicher Weisheit und im christlichen Glauben unterwiesen. Sein Leben führte er stets nach den Geboten des Evangeliums. Er zog viel Gewinn aus der Unterweisung durch den Priester Timotheus. Sylvester selbst wurde Zeuge dessen, wie dieser für den Glauben sein Leben gab, und dem Vorbild der heldenhaften Selbstaufopferung seines Lehrers strebte er zeitlebens im selben Geist nach. Im Alter von dreißig Jahren wurde er Bischof von Rom. Er änderte die Gewohnheiten der Christen. Zum Beispiel schaffte er das Fasten am Samstag ab, das von vielen Christen bis zu jener Zeit gehalten wurde, und ordnete an, daß nur am Heiligen und Großen Samstag und an jenen Samstagen, die in die Fastenzeiten fallen, gefastet werden soll. Durch seine Gebete und Wunder trug Sylvester dazu bei, daß Kaiser Konstantin zusammen mit der Kaiserin Helena zum wahren Glauben fanden. Später wurden beide getauft. Er half Kaiserin Helena bei der Suche nach dem Verehrungs-würdigen Kreuz. Sein irdisches Leben endete in Ehren, nachdem er zwanzig Jahre lang die Kirche geleitet hatte, und er wurde ins himmlische Königreich aufgenommen.

2. Der gottgeweihte Seraphim von Sarov war einer der größten russischen Asketen; er war hell-sichtig und ein großer Wundertäter. Er wurde im Jahr 1759 geboren und starb 1833. Seraphim zeichnete sich durch große Demut aus. Als ihn die ganze Welt pries, bezeichnete er sich selbst nur als den „elenden Seraphim“.

3. Die hl. Theodota war die Mutter der Brüder Kosmas und Damian, der Uneigennützigen Ärzte und Wundertäter. Theodota lebte ein gottgefälliges Leben und unterwies durch ein solches Leben ihre Söhne.

4. Der gottgeweihte Ammon war ein großer Asket des fünften Jahrhunderts. Er war der Abt des Klosters von Tabennisi in Oberägypten. Dreitausend Mönche lebten dort in Askese unter seiner Anleitung. Er besaß die Charismata der Wundertätigkeit und des Unterscheidungsvermögens. Als ihn einmal ein Mönch um seinen Rat fragte, sagte er: „Sei wie ein Gefangener im Kerker, der unablässig fragt: Wann wird der Richter kommen? Genauso solltest du mit Furcht fragen.“        

Lobeshymne

Der heilige Sylvester

O wundervoller Herr, wundervoll bist Du in Deinen Heiligen,
Mächtig und barmherzig erscheinst Du durch Deine Heiligen.
Wie die Sonne durch die Sterne, so leuchtest Du durch Deine Heiligen,
Den Demütigen gibst Du Kraft; ins Paradies erhebst Du sie.
Den Einfältigen schenkst Du Weisheit; durch sie beschämst Du die Weisen;
Die Armen tröstest Du mit Güte; mit dem Himmel ernährst Du die Hungrigen.
Heilige jeder Art gehören Dir,
Heilige empfängst Du jeglichen Alters, aus jedem Stand,
Ohne Kaste, ohne Rang: die Letzten oder die Ersten.
Rein von Sünde und fruchtbar im Guten,
Geadelte Seelen, Deinem Christus verwandt,
Heilige nennst Du sie. Jeden rufst Du dazu auf,
Ein Heiliger zu sein. Jene, die antworten, reinigst Du,
Wäschst von ihnen die Sünden ab, so daß sie weiß werden wie Wolle,
Über solche freuen sich alle Himmel zusammen mit Dir.
Sylvester war ein solcher; über ihn freutest Du Dich,
Und um seinetwillen spendest Du Segen auch uns.

Betrachtung

Was erwidern wir jenen, die behaupten, Christus als Wundertäter habe keinen Platz in der mensch-lichen Logik? Antworte einfach: „Versetzt euch in Seine.“ In Seiner Logik ist alle Ewigkeit enthalten und alles, was in der Zeit gut ist, und so könnt ihr, wenn ihr wollt, dort einen Platz für euch selbst finden. Wenn ein Faß nicht in einen Fingerhut paßt, so paßt doch ein Fingerhut in ein Faß. Der sel. Klemens von Alexandria sagt: „Philosophen sind wie Kinder, bis sie in Christus die Mannesreife erreichen..., denn die Wahrheit ist niemals allein im logischen Denken enthalten.“ Christus kam, um die Menschen zu erneuern, und somit auch die Logik des Menschen zu erneuern. Er ist unser Logos und unsere Logik. Auf diese Weise müssen wir unseren Verstand nach dem Seinen ausrichten – und nicht Seinen nach unserem. Er ist die Korrektur unseres Verstandes. Die Sonne richtet sich nicht nach unseren Uhren, sondern die Uhren richten sich nach der Sonne.

Zum Nachdenken

Laßt uns nachdenken über den Herrn Jesus als Wort Gottes (Logos):
1. Wie der Dreieine Gott alle Dinge durch Sein Wort, den Herrn Christus, geschaffen hat;
2. Wie derjenige töricht ist, der sich von Christus, dem Wort Gottes, entfernt, und in dem Chri-stus keinen Ort hat.

Homilie

Über den Hochmut

Hoffart kommt vor dem Sturz und Hochmut kommt vor dem Fall. (Sprichwörter 16,18)

Von all dem, was auf Erden unter den vier Himmelsrichtungen existiert, was, o sterblicher Mensch, kann uns hochmütig machen außer Torheit und dämonischer Täuschung? Kommen wir nicht nackt und arm in diese Welt hinein, verlassen wir diese Welt nicht genauso wieder? Ist nicht alles, was wir haben, uns geliehen, und müssen wir es nicht bei unserem Tode abgeben? Ach, wie oft ist dies gesagt und überhört worden! Denn wir haben nichts in diese Welt mitgebracht und können auch nichts aus ihr mitnehmen (1 Tim 6,7), sagt der weise Apostel. Und wenn wir Gott das Opfer darbringen – Brot und Wein – sagen wir: „Das Deine vom Deinigen“, denn nichts in dieser Welt ist unser eigen, weder eine Brotkrume noch ein Tropfen Wein – es gibt nichts, das nicht von Gott gegeben ist. Wahrlich, Hochmut ist die Tochter der Torheit, die Tochter eines umnachteten Geistes, geboren aus einer üblen Verbindung mit den Dämonen.
Hochmut ist ein weit geöffnetes Fenster, durch das all unsere Verdienste und guten Werke schnell hinausgeblasen werden. Nichts bewirkt eine derartige Leere vor den Menschen und Unwür-de vor Gott wie Hochmut. Gott ist nicht stolz; wie können wir es dann sein? Wer hätte eher Grund, stolz zu sein als Gott, Der die Welt erschuf und sie durch Seine Macht erhält? Und siehe, Er ernie-drigte Sich und wurde zum Knecht, zum Knecht der ganzen Welt – bis zum Tode, zum Tod am Kreuz.
O Demütiger Herr, verbrenne in unseren Herzen die Teufelssaat des Hochmuts mit der Flamme Deines Heiligen Geistes, und bereite in Ihm die gesegnete Ernte der Demut und Sanftmut. Dir sei Ehre und Lobpreis in Ewigkeit. Amen.

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15.01.2020
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Quelle: Hl. Nikolaj Velimirovic, Der Prolog von Ochrid, ins Deutsche übertragen von Johannes A. Wolf, Apelern 2009; 2., verbesserte Auflage 2017, herausgegeben von der Serbischen Orthodoxen Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland, erschienen im Verlag Orthodoxe Quellen und Zeugnisse, D-31552 Apelern (www.orthlit.de).